Besucher bestaunen Modelle

Der Rollbock-Verein präsentierte in Oberheinsdorf Raritäten aus der Welt der Modelleisenbahnen. Manches weckte Erinnerungen das alte Reichenbach.

Oberheinsdorf.

Modelleisenbahnen kann man in einen Koffer oder in eine Zugschlussleuchte einbauen: Es muss nicht nur das traditionelle Zugbrett sein. Das konnten die Besucher der Modelleisenbahn-Ausstellung am Wochenende im Gemeindezentrum Oberheinsdorf sehen. Der Traditionsverein Rollbock hatte zur Sonderschau eingeladen.

Die zwölf Aussteller brachten Besonderheiten mit. Zum Beispiel der Modelleisenbahn-Verein Glossen bei Mügeln, wo sich einst der größte Schmalspur-Bahnhof Europas befand. Wolfgang Topp, der die Exponate seines Vereins betreut, ist der Tüftler für Minianlagen mit vielen Besonderheiten. Er erklärte den Besuchern die Eisenbahngeschichte seiner Heimat. Er sprach von der Döllnitzbahn, die zwischen Oschatz und Glossen durch das reizvolle Döllnitztal fährt und von der Feldbahnanlage des früheren Quarzitsteinbruchs in Glossen, auf dessen Gelände das Vereinsdomizil steht. Es sei viel zu klein, um die komplette Anlage aufzustellen.

Nach Oberheinsdorf hatte der Verein einen Teil seiner Gemeinschaftsanlage mitgebracht. Die Besucher konnten ein Stück der 1973 stillgelegten Strecke durch Wermsdorf sehen, mit dem Horstsee. "Hier findet jedes Jahr am zweiten Oktober-Wochenende Sachsens größtes Fischereifest fast. Nur diesmal ist es am dritten Oktoberwochenende, wegen Bauarbeiten", fügte der Modelleisenbahner hinzu. Für Neugierige gab es Prospekte über die Wälder, Schlösser und Seen von Wermsdorf, mit dem bekannten Jagdschloss Hubertusburg auf der Titelseite. Da machte es auch bei denjenigen Klick, die bis dahin noch nicht wussten, wo Glossen liegt. "Wir sind das erste Mal hier und können nicht klagen", sagte Wolfgang Topp zu Ausstellung des Rollbockvereins.

Horst Winkelmann aus Zwickau war dabei. Er hat die ehemalige Fußgängerbrücke über die Rollbockgleise nachgebaut. Ältere Reichenbacher erinnern sich an das Bauwerk im italienischen Stil an der Rotschauer Straße, das in den 1970er-Jahren verfiel und der Ortsumgehung weichen musste. "Meine Oma ist in Reichenbach geboren. Sie hat mir immer von der Rollbock erzählt und auch ein Rollbocklied gesungen." Weiter: "Die Brücke ist schon etwas Besonderes. Als ich sie im Original gesehen habe, war sie bereits gesperrt und das Geländer war ab."

An anderen Ständen wurden alte Uniformen der Eisenbahner oder Zugschlussleuchten präsentiert. Vor allem Frauen interessierten sich für die Puppen und Puppenstuben mit Dampfmaschinen von Berit Kalitzki, die in Werdau eine Dampfmaschinen- und Puppenausstellung betreibt. Der Vereinsvorsitzende Peter Kober schätzte ein: "Wir sind sehr zufrieden mit der Ausstellung."

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