Bilder zeigen malerische Freiheit

Das Neuberin-Museum präsentiert aktuell Werke des Vogtlandmalers Fredo Bley. Das kann sich sehen lassen.

Reichenbach.

Der 90. Geburtstag von Fredo Bley (1929-2010) ist für das Neuberin-Museum in Reichenbach der Anlass für die Sonderausstellung "Ich bin der letzte Freilichtmaler des Vogtlandes". Die gezeigte Auswahl vereint 16 Werke des in Obermylau geborenen Malers und Grafikers Fredo Bley.

Bis auf wenige Leihgaben von der Lessingschule Lengenfeld stammen alle gezeigten Werke aus dem Fundus des Neuberin-Museums. Dort hatte Bley zuletzt im Jahr 2009 anlässlich seines 80. Geburtstages ausgestellt. Ein Katalog, der noch immer im Museum gekauft werden kann, erinnert daran. In beiden Ausstellungen war und ist das großformatige Ölbild "Altstadt Treuen" zu sehen. Es stammt aus dem Jahr 2002 und damit aus einer Schaffensperiode, in der Bley viel mit kräftigen Farben und kraftvollen Pinselstrichen arbeitete.

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Eine Tuschezeichnung aus dem Jahr 1951 erinnert wiederum an die ersten Versuche des Lithografen, der ab 1948 als Dekorations- und Schriftenmaler seinen Lebensunterhalt verdiente, jedoch bereits 1952 als jüngstes Mitglied in den Verband Bildender Künstler Deutschlands aufgenommen wurde. Mit schwarzer Tusche skizzierte er damals eine Stimmung in fast schon bedrohlich wirkender Dunkelheit, die sich über dem Flurstück Kaltes Feld breitet. Zwei Linoldrucke ohne Datierung sind mit "Enge Gasse" und "Bäume im Wind" überschrieben.

Erst 1966 startete Bley in die berufliche Selbstständigkeit. Zu den erhalten gebliebenen Frühwerken zählt eine Filzstiftzeichnung aus dem Jahr 1968, auf der er Häuser mit ihrem Antennenwald festgehalten hat. Das kleine Blatt besitzt inzwischen auch schon dokumentarischen Wert, so veränderte sich die Stadtlandschaft.

Auf eine Studienreise macht das Werk "Mein Atelier in Polen" aufmerksam. Es ist eines der wenigen Bilder, die keine Landschaft zeigen, sondern die Inneneinrichtung einer Dachgeschosswohnung stilllebenhaft wiedergeben. Die Farbgebung weist auf eine harmonische Schaffenszeit hin, wie er sie auch in Studienreisen nach Bulgarien und in andere Länder hatte. Das zweite Bild ohne Landschaftsmotiv ist ein Blumenstrauß, dessen Blüten im Garten seines Buchwalder Hauses gewachsen sein könnten. Die Pastelltöne zeigen eine andere Facette der künstlerischen Ausdrucksweise.

Das Gros der Motive sind Landschaften und städtische Architektur aus der nahen Heimat von Fredo Bley. Es unterstreicht den Titel der Ausstellung, in dem der zuletzt in Buchwald beheimatete Künstler zitiert wird. Das Malen und Skizzieren an der frischen Luft war eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Dabei konnte man ihn oft beobachten. Er kam bei solchen Gelegenheiten mit Menschen ins Gespräch und fühlte sich frei. Von seinen Landschaftsbeobachtungen in verschiedenen Lichtstimmungen zeugen mehrere Ölbilder und Aquarelle. Beispiele sind die Ansicht typischer Bauernhäuser in Waldkirchen von 1982 und ein vogtländisches Dorf im Winter aus dem Jahr 1977. Ein Aquarell in orangefarbenen und grünen Tönen hält den Blick zum Erzgebirgskamm von seiner Wahlheimat Buchwald aus fest.

Die Ausstellung kann bis zum 23. Juni besichtigt werden. Das Neuberin-Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

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