Blick auf Mattheuer

Ein Vortrag in Reichenbach geriet zur Hommage zum 15. Todestag von Wolfgang Mattheuer. Der Maler war einst ein Mahner.

Reichenbach.

Wolfgang Viebahn, Mitglied im Reichenbacher Stadtrat für die Bitex, erinnerte mit einem Vortrag im "Alten Wasserwerk" im Park der Generationen an den großen Sohn und Ehrenbürger der Stadt. Etwa 50 Zuhörer waren dazu in das Vortragszentrum gekommen.

Mattheuer (1927-2004) habe das Vogtland immer als seine eigentliche Heimat betrachtet, war unter anderem zu erfahren. Der Maler sei regelmäßig aus dem quirligen Leipzig zurückgekehrt. Im Vogtland entstand der stimmungsvolle, aber nicht unkritische Teil seines Gesamtwerkes mit vielen Vogtland-Bildern, so Viebahn. Auch die Skulptur "Jahrhundertschritt" ist darunter. In seinen "Problembildern" griff Mattheuer damals aktuelle politische Fragen aus und zeigte sich als unbequemer Mahner, der dann 1988 die SED verließ und 1989 aktiv an den Leipziger Demonstrationen teilnahm.

Sascha Aurich

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Mattheuer blieb nach 1990 ein kritischer Kopf und trat aus der Akademie der bildenden Künste 1994 wieder aus. "Gesicht zeigen" heißt eine seiner bis heute aktuellen Plastiken, die er seiner Vaterstadt schenkte, die aber auch sein eigenes Grab in Leipzig schmückt. Leipzig ehrte den Bundesverdienstkreuzträger mit der Straße "Mattheuerbogen". In Reichenbach steht ähnliches noch aus. (wovi)

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