Brand-Szenario bei C. H. Müller: Feuerwehren bestehen Test

Die Übung hat am Dienstagabend im Industriegebiet an der Autobahn für Aufsehen gesorgt. Der Einsatzleiter ist zufrieden.

Reichenbach.

Dunkelheit lag am Dienstagabend über den Industrie- und Gewerbebetrieben an der A 72 bei Reichenbach. Beim Automobilzulieferer C. H. Müller am Gewerbering 1 lief die Spätschicht. Da plötzlich schrillten 18.12 Uhr die Alarmmelder. Die Schranken zum Anlieferbereich öffneten sich automatisch. 18.15 Uhr ertönten in Heinsdorfergrund die Sirenen: Feueralarm. Zugleich lief die Evakuierung an. Die Belegschaft sammelte sich am Pkw-Parkplatz an der B 94. 18.20 Uhr traf das erste Feuerwehrfahrzeug ein. Zahlreiche weitere folgten bis 18.40 Uhr. Blaulicht, Feuerwehrleute, teils mit Atemschutzgeräten, wohin man blickte - das alles war zum Glück nur eine Übung. Für Aufsehen sorgte sie aber allemal.

"Auf dieser Seite des Gewerbegebietes war das eine Premiere", erklärte Einsatzleiter Falk Reinhold, Gemeindewehrleiter von Heinsdorfergrund, der "Freien Presse". Vor zehn Jahre hatte es auf der anderen Seite, am Vliesstoffwerk der Textilgruppe Hof (heute Tenowo), eine Übung mit acht Feuerwehren gegeben.

Bei der Übung am Dienstag wurde angenommen, dass ein Pkw in Flammen aufgegangen sei. Das Feuer habe auf das Materiallager übergegriffen. Ein Regal würde schon brennen. Personen seien nicht verletzt. "Wir haben das Zusammenspiel der Feuerwehren unter Führung durch Heinsdorfergrund getestet", sagte Reinhold. Nachdem die Feuerwehren Unterheinsdorf und Reichenbach als erste vor Ort die Lage erkundet hatten, wurden über die Rettungsleitstelle weitere Kräfte nachgeordert: Das betraf die Feuerwachen Oberheinsdorf und Hauptmannsgrün ebenso wie Mylau, Schneidenbach und Rotschau. Hinzugezogen wurde zudem die Führungs- und Unterstützungsgruppe des Landkreises aus Neumark. Auch ein Rettungswagen aus dem Krankenhaus Reichenbach war vor Ort. Der Aufbau des Pumpschemas sei ebenso geübt worden wie die Bildung von Abschnitten zur Brandbekämpfung und Löschwasserversorgung, was bei solchen Großobjekten unerlässlich sei.

"Es funktionierte gut. Ich bin mit den Leistungen der Kameraden sehr zufrieden. Die Ziele wurden erfüllt", lautete das Fazit des Einsatzleiters. Und was geht noch besser? "Kleinigkeiten", sagte Falk Reinhold, beispielsweise die Kommunikation über Funk oder die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Abschnitten.

"Auch die Evakuierung hat geklappt. Die von den Schichtführern genannte Personenanzahl wurde bestätigt. Niemand galt als vermisst", ergänzte Reichenbachs Stadtwehrleiter Thomas Weck. Die Auswertung sei direkt vor Ort nach der Übung mit den Führungskräften vorgenommen worden. Auch Weck bilanzierte: "Es war das, was wir uns vorgestellt haben. Eine gelungene Übung." Zudem wisse man jetzt, wo die Brandlast im Unternehmen liege und welche Löschmittel C. H. Müller selbst vorrätig halte.

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