Breitband im Vogtland: In Plauen hakt's

Immer mehr Kommunen bieten Glasfaser bis zur Wohnung. Landrat Keil legt einen optimistischen Zwischenbericht vor.

Reichenbach.

Der Vogtlandkreis tritt beim Breitbandausbau aufs Gaspedal. Zurzeit laufen Ausbauarbeiten und Ausschreibungen parallel. Bis wann auch im letzten Haushalt Glasfaserkabel anliegen, lässt sich nicht sagen: Zu kompliziert und unübersichtlich geht es im deutschen Fördermittel-Dschungel zu. Absurderweise ist Breitband-Ausbau mitunter auf einer Straßenseite förderfähig, auf der anderen aber nicht. Außerdem gehen Kommunen wie Plauen, Weischlitz, Adorf und Bad Brambach teils eigene Wege. Landrat Rolf Keil (CDU) und seine Fachleute informierten jetzt über den aktuellen Stand.

Die Ausbaugebiete Süd und Nord sind 2015 mit Markterkundungsarbeiten an den Start gegangen. Das Süd-Projekt soll bis Jahresende 2019 abgeschlossen werden, abgesehen von Straßenbau-Restarbeiten. Die Auftragslose der Telekom für das Nord-Projekt sollen im nächsten Jahr nahezu komplett abgearbeitet werden. Die Ausnahme heißt Plauen: Durch Probleme der Stadtwerke, die sich kostenseitig verkalkuliert hatten, heißt der Termin jetzt Ende 2022.

Schulen und Krankenhäuser, Gewerbe und Randlagen werden gesondert betrachtet. Ein Extra-Projekt - Volumen knapp 50 Millionen Euro - wurde im November bewilligt. Die Ausschreibung läuft laut Planung bis zum zweiten Quartal 2020. Nach Erteilung der Aufträge sollen die Arbeiten voraussichtlich 2024 abgeschlossen werden.

Fertigstellungstermine 2019 gibt das Landratsamt für folgende Ausbaugebiete an: Oelsnitz (Ausnahme: Görnitz 2020), Schöneck, Mühlental, Markneukirchen, Muldenhammer, Klingenthal, Bergen, Plauen-Reißig, Plauen-Neuensalz und Plauen-Oberlosa. Für Reichenbach gelten Fertigstellungstermine Ende 2019 und März 2020. Laut Plan folgen 2020 Neumark, Falkenstein, Treuen (alle März) und Auerbach (Mai). Mit dem Vermerk "in Planung, Bau 2020" sind Mehltheuer, Pausa, Lengenfeld, Pöhl/Jocketa, Rothenkirchen und Rodewisch aufgezählt. Als Schlusslicht mit Fertigstellung "bis 2022" weist das Landratsamt "Plauen Rest Stadtgebiet" aus.

Standard-Technologie soll für alle Fördermaßnahmen im Kreisgebiet das Glasfaser bis ins Haus und bis in die Wohnung sein: Fibre-to-the-Building/Home (FTTB/FTTH). Im Gegensatz zum klassischen DSL, den fürs TV genutzten Koaxial-Netzen oder dem sogenannten Vectoring mit Glasfaser bis zum Verteilerkasten ist es die einzige durchgehende Glasfaser-Technik ohne Kupferkabel. Kupfer dämpft Signale und hält den künftigen Anforderungen von Datenmengen im Gigabit-Bereich nicht Stand. Der Kreis verpflichtet alle Anbieter beim Netzausbau zu FTTB/FTTH.

Der Masterplan Glasfaser wird im Auftrag des Vogtlandkreises von der Firma TKI Chemnitz erarbeitet und soll bis zum Jahr 2022 umgesetzt werden. Damit wäre ein Grad der Haushaltsabdeckung von etwa 50 Prozent erreicht - weitere Anschlüsse folgen. Der Masterplan soll eine Lücke schließen zwischen dem derzeit mit Fördergeld möglichen Ausbau und der angestrebten vollständigen Glasfaser-Versorgung. Er soll auch Strukturen vernetzen. Straßenbau-Vorhaben gelte es zu nutzen, um die Glasfaser-Infrastruktur - beispielsweise mit Leerrohren - vorzubereiten.

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