Brückenbau kommt in die Gänge

Am Karl-Marx-Ring in Mylau soll im März 2019 endlich die untere Brücke erneuert werden. Anwohner machen seit dem Juni-Hochwasser 2013 Druck.

Reichenbach.

In die letzte große Maßnahme aus dem Hochwasseraktionsplan im Reichenbacher Ortsteil Mylau kommt jetzt Bewegung. Der Stadtrat hat einstimmig den Ersatzneubau der unteren Brücke über die Göltzsch am Karl-Marx-Ring und den Ausbau der Straße auf einer Länge von 230 Metern beschlossen. "Der Planungsprozess war sehr langatmig", erinnerte Hubert Greger, Amtsleiter Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung.

Immer wieder hatten Anwohner, die vom Hochwasser im Juni 2013 betroffen waren, eine zügige Realisierung gefordert. Doch während die Landesdirektion einem vorfristigen Baubeginn zustimmte, gab das Landesstraßenbauamt das Geld nicht frei. Dann ergaben sich Probleme an Schnittstellen zu Projekten der Landestalsperrenverwaltung. Jetzt also gibt es grünes Licht.

Das Vorhaben kostet inklusive der bereits an die Fa. UTR Schönbrunn vergebenen Verlegung der Trinkwasserleitung unter dem Flussbett 2,2 Millionen Euro. Es wird zu 100 Prozent gefördert. Lediglich für neue Straßenbeleuchtung außerhalb des Baufelds muss die Stadt 39.400 Euro selbst aufbringen.

Gebaut werden soll von März 2019 bis Juni 2020. Los geht es mit der Errichtung einer Behelfsbrücke im Bereich der bereits im Mai 2014 abgerissenen oberen Brücke, um die Anfahrt an die Grundstücke am Karl-Marx-Ring zu gewährleisten. Laut Greger komme eine 3,50 Meter breite Stahlkonstruktion zum Einsatz. Anschließend erfolgt der Abbruch des vorhandenen Bauwerks, die Umverlegung der Leitungen sowie der Ersatzneubau der Brücke.

Die neue Brücke wird mit 14 Metern fünf Meter breiter als bisher sein und um 80 Zentimeter angehoben, um den Durchfluss zu vergrößern. Geplant ist ein offener Stahlbetonrahmen, der zum links dahinter liegenden Firmengrundstück aufgeweitet wird. Alte Ufermauern müssen angepasst werden.

Um Baufreiheit zu schaffen, kauft die Stadt das Flurstück Karl-Marx-Ring 19 für 10.000 Euro. Das dortige Mehrfamilienhaus steht seit Jahren leer und befindet sich in sehr kritischem Bauzustand. Es soll abgerissen werden.

Der Straßenbau samt Beleuchtung ordnet sich am Ende der Bauzeit ein. Zuletzt werden die Behelfsbrücke wieder entfernt und nicht mehr benötigte Verkehrsanlagen rückgebaut. Die Häuser Karl-Marx-Ring 14 und 16 sind einsturzgefährdet. Sollte die Gefährdung bis August 2019 nicht beseitigt sein, müsse die Ausbaulänge der Straße um 50 Meter verkürzt werden, hieß es.

In der Diskussion kritisierte Stadtrat Frank Otto (BI Mylau), dass der Limbach nach wie vor entgegen den Fließrichtung in die Göltzsch einmünden soll. Baufachbereichsleiter Sven Hörning erklärte dazu, dass die Landestalsperrenverwaltung den Limbach "später in gerader Linie in die Göltzsch einleiten" wolle. Doch das sei eine andere Maßnahme. Henry Ruß (Linke) fragte an, inwieweit die Behelfsbrücke später als Fußweg- oder Radwegbrücke nachgenutzt werden könne. "Die kommt wieder weg", entgegnete Hubert Greger. Hartmut Sandner (Linke) forderte mit Blick auf den Göltzsch-talradweg ein Konzept für den künftigen Rad- und Fußgängerverkehr. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) erklärte, dass in der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses ein Radverkehrskonzept für Reichenbach vorgelegt werde. Stephan Hösl (CDU) wollte wissen, ob auch während der Bauzeit die maximale Durchflussmenge der Göltzsch gewährleistet sei. Laut Hubert Greger werden Schalungselemente den Flusslauf einschränken.

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