Bürgerbusse im Vogtland müssen pausieren

Um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu verhindern, wird die Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs eingestellt.

Lengenfeld / Adorf / Bad Elster.

Auch der Lengenfelder Bürgerbus ist nun der Coronakrise zum Opfer gefallen. Das teilt Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) mit. Leidtragende sind vor allem Senioren. Sie nutzen diesen Service gern, um ins Stadtzentrum zum Einkaufen zu fahren und den Arzt aufzusuchen. Doch dieser Schritt sei notwendig, um Fahrgäste und Fahrer vor Ansteckung zu schützen, so Bachmann. Er habe sich mit den Bürgermeister-Kollegen in Adorf und Bad Elster abgesprochen. In diesen beiden Städten verkehren ebenfalls Bürgerbusse, die jetzt eingestellt werden.

Den Verantwortlichen sei bewusst, dass das Einstellen des Bürgerbusses für Senioren ein einschneidender Schritt sei, doch die Sicherheit der Menschen habe oberste Priorität. Zuletzt war der Bürgerbuseinsatz in Lengenfeld auf zwei Tage pro Woche begrenzt, nachdem zwei Fahrer das Ehrenamt quittiert hatten. Allerdings war von neuen Bewerbern die Rede, so dass sogar die Überlegung wieder im Raum stand, Pechtelsgrün in die Touren mit einzubinden. Diesen Wunsch hatte Ortsvorsteherin Birgit Habermann vor einigen Wochen geäußert, nachdem ältere Leute aus dem Ortsteil das Fehlen einer praktikablen Busverbindung beklagt hatten.

Dabei hatte der Stadtrat erst vor wenigen Wochen zusätzliche Pflöcke eingeschlagen, um das beliebte Nahverkehrsprojekt weiterzuentwickeln. Die ehrenamtliche Busfahrer sollen künftig eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro pro Monat erhalten - zehn Euro mehr als bisher. Die Stadt kann für die Zahlung ein im Dezember vorigen Jahres aufgelegtes sächsisches Förderprogramm "Wir für Sachsen" nutzen und erhält für die Zahlungen Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent. Allerdings sei die Bezuschussung auf elf Monate begrenzt, ergänzte Bürgermeister Bachmann. "Auch 40 Euro werden nicht reichen, um die Leute zu begeistern", hatte Stadtrat Jürgen Frank (BIL) damals allerdings vermutet.

Auch Simone Hübschmann, Ortsvorsteherin von Weißensand, fand die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt Bürgerbus nicht attraktiv genug. "Wenn die Ehrenamtlichen auch noch selbst ihren Sehtest, das Führungszeugnis und den Fahrtest bezahlen sollen, hält das bestimmt einige davon ab, sich zu beteiligen", vermutet die Weißensanderin. Nun liegt bis zum Ende der Coronakrise ohnehin alles erst einmal auf Eis. Dies gilt wohl auch für die Idee, dass der Bürgermeister und die Ortsvorsteherin von Pechtelsgrün gemeinsam beim Verkehrsverbund Vogtland in Auerbach vorstellig werden, um eine Lösung für den Ortsteil zu finden.


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