Calliope: Viel Beifall für junge Virtuosen

Kammermusikreihe präsentiert in Reichenbach bemerkenswerte Talente

Reichenbach.

Beim jüngsten Konzert der Calliope-Kammermusikreihe am Sonntag im Veranstaltungsforum in der Reichenbacher Wiesenstraße standen Fragen wie diese im Raum: Wie wird es weitergehen? Finden die jungen Leute die nötige Kraft und Konzentration, um ihr Talent voll auszuschöpfen? Finden sie Lehrerinnen und Lehrer, die sie ungestört ihren Weg gehen lassen? Aus den Fragen sprachen vor allem Freude und Anerkennung. Zu der Matinee hatte Calliope-Gründerin Sarah Stamboltsyan Mädchen und Jungen aus Sachsen und Thüringen eingeladen, die Teile ihrer Programme vorstellten, mit denen sie zum Bundesfinale von "Jugend musiziert" zu Pfingsten nach Halle fahren. Alle ernteten zu der willkommenen "Generalprobe" begeisterten Beifall.

Aus Zwickau kam das Gitarrenduo Franziska Schuhmann/Janek Wasilewski, das bei einer schwärmerischen Romanze Anton Diabellis wie bei herbere Töne anschlagenden neueren Werken eine berührende Harmonie verkörperte. Da war zu spüren: Nicht die Noten sind wichtig, sondern was die Partnerin oder der Partner daraus macht. Ähnliches war zu Pia Kneisel (Klavier) und Johannes Deutsch (Klarinette) zu sagen. Die Geraerin und der Weidaer meisterten eine virtuose Sonate von Camille Saint-Saëns und kurze, vor Witz und Raffinesse strotzende Tanzstücke Witold Lutoslawskis.


Die aus Augustusburg angereiste Akkordeonistin Laetitia Pittschaft bewährte sich gleichfalls bei älterer und neuerer Musik. Sie ließ ein Prelude von Johann Sebastian Bach im musterhaften Gleichmaß und dennoch auch tief empfunden perlen. Sie wusste Kompositionen von Franck Angelis und Sergey Voytenko mit packendem Rhythmus und prickelnder Atmosphäre zu erfüllen.

Die Geigerin Xenia Lemberski und der Pianist Mikhail Kambarov, beide in Weimar zu Hause und beide mit russischen Wurzeln, versetzten die gut 70 Zuhörer kaum weniger in Staunen. Xenia Lemberski, die unter anderem eine Meditation von Peter Tschaikowsky vortrug, verfügt über einen eigenen, angenehm dunkel getönten, wohltuende Schwere atmenden Ton. Mikhail ließ bei Frédéric Chopins Barcarolle, opus 60, außergewöhnliche gestalterische Qualitäten aufblitzen. Er brachte das Nebeneinander von Glücksgefühl und Traurigkeit wunderbar zum Klingen und ihm gelang es auch, Chopins kühne Läufe nicht als glitzerndes Beiwerk, sondern als Teil eines faszinierenden Ganzen erscheinen zu lassen.

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