City-Manager lässt auf sich warten

Im Mai 2017 hatte der Reichenbacher OB versprochen, eine Stelle für einen solchen Koordinator zu schaffen. Passiert ist das bis heute nicht.Jetzt soll alles ganz schnell gehen.

Für Sie berichtet: Gerd Betka

16 Monate ist es her, dass der Reichenbacher Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) versprochen hatte: "Wir stellen einen City-Manager ein." Im Mai 2017 war das. Beim dritten Bürgerworkshop zum Stadtentwicklungskonzept, der sich mit Handel und Gastronomie befasste. Zuvor war dazu gut zehn Jahre lang ergebnislos diskutiert worden.

Laut Kürzinger sollte der City-Manager kein Rathausmitarbeiter sein. Er soll für das zentrale Flächenmanagement und das Stadtmarketing Verantwortung tragen. Erwartet wird, dass er sich um die Branchenvielfalt in der erweiterten Innenstadt ebenso kümmert wie um Konzepte, Eigentümeransprache und Investorensuche sowie um speziell auf das Gebiet zugeschnittene Veranstaltungen und Erlebnisse.

Als sich das Jahr 2017 zum Ende neigte und noch nichts geschehen war, hakte Peter Tillack (Bitex) im Dezember im Stadtrat nach. Der OB erklärte daraufhin, man wolle die Stelle im Frühjahr ausschreiben. Bis heute aber ist nichts passiert.

Das Zögern der Stadtverwaltung stößt Benedikt Lommer, Chef des Gewerbevereins Gemeinsam für Reichenbach, auf. "Wir fragen immer wieder nach", sagt er. OB-Büro-Leiter Tobias Keller habe erklärt, es hänge noch an der Fördermittelzusage. "Wenn es aber nur eine an das zeitlich begrenzte Förderprogramm geknüpfte Stelle ist: Lohnt sich das überhaupt noch? Unser Wunsch war, dass der City-Manager sofort loslegt", so Lommer. Auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigte Stadtsprecherin Heike Keßler, dass es sich beim City- und Gewerbemanagement um ein Einzelprojekt im Rahmen des vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) bezuschussten Fördergebiets "Erweiterte Innenstadt" handelt. Finanziert werden soll die Stelle zu 80 Prozent aus dem Efre-Programm 2014 bis 2020 sowie zu 20 Prozent aus Eigenmitteln der Stadt Reichenbach.

Warum es bis heute noch keinen City-Manager gibt, begründet die Verwaltung so: Im Efre-Förderprogramm müssten Mittel für die energetische Sanierung und für die Wirtschaftsförderung gleichmäßig ausgegeben werden. Während im Segment energetische Sanierung der DRK-Neubau an der Humboldtstraße in ein anderes Förderprogramm (Soziale Stadt - Teilgebiet 2) eingegliedert wurde, sei man bei der Förderung der Kleinunternehmen- "schon drüber" gewesen. So habe sich Ungleichgewicht ergeben. Erst mit der jetzt vom Stadtrat beschlossenen Gebietserweiterung und nach Abstimmung mit der Sächsischen Aufbaubank könne der City-Manager nun verbindlich beantragt werden. Die Stelle des City-Managers oder der City-Managerin werde voraussichtlich Anfang Oktober ausgeschrieben, kündigt die Verwaltung an. "Ziel ist die Arbeitsaufnahme zum 1. Januar 2019", wird mitgeteilt. "Das ist sportlich", sagt Benedikt Lommer. Er halte es für problematisch, in der kurzen Zeit einen qualifizierten Experten zu finden.

Dass das Bürgerfest der Stadt und das Kartoffelfest des Gewerbevereins am 2./3. Oktober zum neuen Stadtfest fusionieren, ist für Lommer übrigens nicht der Weisheit letzter Schluss. "Ich bin nicht ganz so glücklich mit der Konstellation. Das Kartoffelfest sollte an einem Tag stattfinden, an dem die Händler ihr Geschäfte öffnen können", sagt er. Dafür sei es gedacht gewesen. Deshalb wolle man direkt nach dem Stadtfest über die Zukunft beraten.

0Kommentare Kommentar schreiben