City-Manager zählt die meisten Passanten in der Marktstraße

Künftig sollen mehr Kunden in Zenkergasse und Zwickauer Straße gelenkt werden. Händler und Vermieter werden befragt. Als neues Format startet jetzt das Tresengespräch.

Reichenbach.

Seit April läuft die Arbeit der Reichenbacher Agentur Realitätsverlust als City-Manager der Stadt. Nun sind erste Ergebnisse vorlegt worden.

Zur besseren Bewertung der Kundenströme in Reichenbach wurde im Juni eine Passantenfrequenzerhebung durchgeführt. Die Zählung erfolgte an drei exponierten Stellen in der Innenstadt: beim Blumenladen in der Marktstraße, bei Fielmann in der unteren Zwickauer Straße sowie in Höhe von Conny's Bar in der Zenkergasse. Gezählt wurde am Dienstag, 18. Juni, Mittwoch, 19. Juni und Samstag, 22. Juni durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Agentur jeweils 10.30 bis 11.30 Uhr und 14.30 bis 15.30 Uhr.


"Das Ergebnis zeigt, dass mit 394 Passanten pro Stunde die Marktstraße am höchsten frequentiert war. In der Zenkergasse und der unteren Zwickauer Straße konnte mit 118 und 205 Passanten pro Stunde ein deutlich niedrigerer Wert ermittelt werden", erklärt Agenturchef Severin Zähringer. Der Wochenmarkt auf dem Marktplatz wirkte sich positiv auf die Frequenz in der Marktstraße aus. Dort wurden am Mittwochvormittag 543 Passanten pro Stunde gezählt, an den anderen Tagen unter 400. Während die Zenkergasse mit 219 Passanten pro Stunde ebenfalls Mittwochvormittag den Höchstwert erlebte, gab es just zu dieser Zeit mit 177 Personen in der Zwickauer Straße den Tiefstwert.

Die Verteilung der Ergebnisse ist aus Sicht des City-Managements durch die Handelsstruktur erklärbar. "Die Marktstraße ist mit Apotheke, Bücherei, Weka-Kaufhaus, Rossmann, Mobil-Laden, Physiotherapie, Arzt, Brasserie und Kinderkaufhaus engteilig bestückt. Dadurch können Kunden eine Vielzahl an Bedürfnissen hier decken", erklärt Zähringer. Hinzu kommen der Parkplatz auf dem Markt und die umliegenden Behörden, Postfiliale, Bürgerbüro und weitere Einzelhändler. In der Zwickauer Straße und Zenkergasse sei die Struktur "nicht so zentralisiert". Außerdem seien beide Straßen, die Zenkergasse mehr als die Zwickauer Straße, durch Leerstand geprägt.

"Es muss gelingen, dass Kunden aus der Marktstraße für Besorgungen auch die Zwickauer Straße und Zenkergasse aufsuchen", blickt Zähringer voraus. Hierfür hält er drei Ansätze denkbar. Zum einen die Attraktivitätssteigerung durch Begrünung, Stadtmobiliar und Kunst im öffentlichen Raum. Zum anderen die Schaffung von Aufenthalts- und Erlebnisräumen. Und drittens die Verdichtung der Einzelhandelsstruktur. Nach der Umsetzung einiger Maßnahmen werde man die Zählung in einem Jahr wiederholen.

Im Juni fand zudem eine Veranstaltung mit dem Gewerbeverein Reichenbach statt. Dort stellte City-Manager Severin Zähringer die ersten Maßnahmen und Ideen vor, die er und sein Geschäftspartner Robert Seidel erarbeitet haben. Zugleich war dies der Auftakt für die Händlerbefragung. "Wir haben in den letzten Wochen an Gewerbetreibende im Innenstadtbereich einen Fragebogen ausgeteilt. Dieser soll Informationen zur Angebotsstruktur in der Innenstadt sowie ein Stimmungsbild zur Entwicklung der Stadt in den letzten fünf Jahren liefern", erklärt Zähringer. Es gibt Fragen zu Plänen und zum Stand der Digitalisierung des Reichenbacher Einzelhandels. "Dieser Fragebogen wird uns helfen, konkret auf die Bedürfnisse unserer Einzelhändler einzugehen. Weiterhin erheben wir Daten, an denen wir Angebotslücken ablesen können, die wir im nächsten Schritt durch konkrete Investorenansprache schließen wollen", sagt er. Alle Händler sind aufgerufen, den Fragebogen auszufüllen und bei der Agentur abzugeben. "Sollten wir jemanden vergessen haben, so kann er uns gern Bescheid geben", so Zähringer weiter.

Das Pendant zur Händlerbefragung wird das Vermieterstammblatt sein. Dieses wird im Juli an die Vermieter verteilt. Es soll den Leerstand klar dokumentieren, aber auch wichtige Fragen rund um Ausstattung und Angebot aufzeigen. "Das ist essenziell für uns, wenn wir konkret auf Investoren zugehen möchten", erläutert Robert Seidel.

Am 24. Juli startet zudem ein neues Format: Jeden Mittwoch werden die Mitarbeiter des City-Managements 19 bis 21 Uhr in Conny's Bar vor Ort sein, um mit Bürgern zu Ideen und Problemen rund um die Stadt ins Gespräch zu kommen. Und mit dem Gewerbeverein ist in diesem Monat ein Treffen zum Thema "Ab in die Mitte 2019" geplant.

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