Das Vogtland bleibt ohne Welterbe

Jubel im Erzgebirge über den Welterbetitel. Das Vogtland war schon 2012 aus dem Rennen ausgeschieden - und tut sich weiterhin schwer.

Muldenhammer.

Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří hat Aufnahme auf die Liste des Weltkultur- erbes gefunden. Und obwohl das Erzgebirge geografisch bis zum Hohen Stein/Vysoky kamen bei Erlbach reicht: Das Vogtland ist nicht dabei.

2012 hatte der Topasfelsen Schneckenstein, der über das Schaubergwerk "Grube Tannenberg" der Vogtland Kultur GmbH bewirtschaftet wird, zu den zehn Bewerbern aus Sachsen gehört, die darauf hofften, in absehbarer Zeit Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste zu finden. Steffen Gerisch, der Chef des 1996 eröffneten Besucherbergwerks, hatte das Anliegen über Jahre verfolgt: "Der Schneckenstein ist einzigartig in Europa", begründete er sein Anliegen.


Als die Bewerbung ohne Erfolg blieb, nahm Steffen Gerisch das gelassen: "Die Bewerbung hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt", sagte er. "Wir werden auch künftig nicht die Füße stillhalten, um für das einzige Edelsteindenkmal in Deutschland zu werben", machte er damals deutlich.

An Ideen fehlte es nicht. Die Topaswelt Schneckenstein soll nun Mittelpunkt des Geoparks "Sagenhaftes Vogtland" werden. Das über die Leader-Förderregion "Sagenhaftes Vogtland" laufende Projekt vereint Falkenstein, Ellefeld, Neustadt, Grünbach, Bergen, Werda sowie Ortsteile Tannenbergsthal und Hammerbrücke der Gemeinde Muldenhammer.

Die Eröffnung des Geoparks war im vergangenen Jahr für September 2019 angekündigt worden. Drei Arbeitsgruppen soll es geben: Umweltbildung, Geologie/Wegeinfrastruktur und Tourismus/Marketing - jeweils zehn Mitglieder wären optimal, hieß es. Inzwischen ist es freilich wieder sehr still um das sagenhafte Projekt geworden.

Der Tannenbergsthaler Heimatverein "Topas" hat im Februar diesen Jahres ausdrücklich die Mitarbeit angeboten. Eine Resonanz darauf gab es noch nicht. Vor der Kommunalwahl im Mai hatte auch die Linke in Muldenhammer deutlich gemacht, dass die Idee eines Geoparks mit dem Schneckenstein im Mittelpunkt einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit aller Vereine und die Mitwirkung der Bürger bedarf.

Der geplante Geopark soll in Oberlauterbach ist ein Naturschutzzentrum als Ableger bekommen. Darüber wurde jüngst in Zusammenhang mit der Sanierung einer denkmalgeschützten Scheune auf dem Rittergut Adlershof informiert.

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