Denkmale erinnern an Kriegstote

Die Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 erscheint heute verblasst. Reichenbach musste vor 150 Jahren Blutzoll entrichten.

Reichenbach.

Mit dem Sieg deutscher Armeen über Frankreich im Jahr 1870 bei Sedan wurde ein nationalistischer Taumel ausgelöst: In Deutschland wurden zahlreiche Sieges- und Kriegerdenkmäler errichtet, auch in Reichenbach.

49.400 Deutsche starben damals auf den Schlachtfeldern in Frankreich. In Reichenbach wurde 1875 vor der Bürgerschule, der heutigen Weinholdschule, ein Denkmal mit der Figur der Germania aufgestellt. Im Sockel sind die Namen der 18 Gefallenen aus Reichenbach vermerkt. Unter ihnen ist auch der Name des Sohnes vom Schulreformer Bruno Weinhold. Der Tod seines Sohnes traf ihn so schmerzlich, dass Weinhold 1871 verstarb. Die Figur der Germania wurde im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Es ist das Verdienst von Heimatforscher Gero Fehlhauer, dass der Sockel später aufgespürt und im Bereich vor dem Hauptfriedhof an der Zwickauer Straße aufgestellt werden konnte.

Der Sinn des Denkmalrestes liegt heute in der Mahnung, der Toten zu gedenken. Am Volkstrauertag findet alljährlich eine Kranzniederlegung statt. Das Ganze ist Teil der Erinnerung, dass mit dem Deutsch-Französischen Krieg vor 150 Jahren ein Teufelskreis mit zwei Weltkriegen seinen Anfang nahm. Auch der Gedenkstein im Park des Friedens, das Ehrenmal in der Bahnhofstraße, der Gedenkstein für die Opfer des Faschismus im Hauptfriedhof und das sowjetische Ehrenmal in der Waldstraße sind Stätten der Erinnerung und Mahnung zugleich.

In der bis 1908 selbstständigen Gemeinde Obereichbach stellte der dortige Militärverein nach 1871 ein Kriegerdenkmal an der Einmündung zur Dittesstraße am heutigen Spielplatz auf. Von diesem Denkmal gibt es nur noch eine Ansichtskarte.

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