Der Dorf-Club lädt in die "Linde"

In der letzten Hauptmannsgrüner Kneipe gibt es ab morgen regelmäßig einen Dorf-Stammtisch. Eingeladen ist, für den das Dorffest keine Eintagsfliege gewesen sein soll.

Hauptmannsgrün.

Wen man in Hauptmannsgrün auch immer anspricht - das im vergangenen Jahr gemeinsam gestemmte Dorffest ist noch immer in bester Erinnerung. Auch über den Heinsdorfer Ortsteil hinaus hatte es seinerzeit nur beste Kritiken gegeben. "Was dabei wohl nicht nur uns beeindruckt hat, das war der fast greifbare Zusammenhalt im Dorf", sagt Jürgen Eckstein. Und Sven Bockwitz ergänzt: "Und das ganze kam wie aus dem Nichts." Und dahin soll es sich auch nicht mehr auflösen, sagt Lars Hölzel: "Wir wissen, dass es dafür aber immer ein paar Anstöße braucht, ein paar Ideen. Und die kommen am besten, wenn man ab und zu zusammen sitzt und ins Gespräch kommt."

Der Zimmerermeister ist Vorsitzender des im April von 20 Hauptmannsgrünern gegründeten Vereins Dorf-Club, der sich unter dem Eindruck der tollen Dorffest-Erfahrung die dauerhafte Belebung des Miteinanders im Dorf auf die Fahnen geschrieben hat. Ein Motor des Dorflebens könnte der Dorf-Stammtisch sein, zu dem der Verein für morgen zum ersten Mal in die letzte Kneipe von Hauptmannsgrün einlädt: In der Gaststätte "Zur grünen Linde" ist ab 19 Uhr jeder willkommen, für den das Dorffest keine Eintagsfliege gewesen sein soll. Die Treffen sollen künftig immer am letzten Donnerstag eines Monats stattfinden. "Der Stammtisch bietet ein Podium, um locker in Kontakt miteinander zu kommen", sagt Matthias Loos, der seit 20 Jahren in Hauptmannsgrün wohnt: "Gerade für Zugezogene, die sich einbringen wollen, ist das eine gute Gelegenheit. Und die Alteingesessenen wissen, wer die Neuen sind." Das schafft die Basis für gemeinsames Handeln, das wiederum Voraussetzung für jene Identität ist, die in der Vorbereitung, während und nach dem Dorffest als so angenehm erlebt wurde.

Und deshalb soll es nicht beim Kennenlernen bleiben. "So ein Dorf braucht auch gemeinsame Ziele", sagt der Vereinschef. Und zwar generationsübergreifend. So soll etwa ein Seifenkisten-Rennen auf die Beine gestellt werden. "Möglich ist da, die Plohner irgendwie mit einzubeziehen, die ja in dieser Disziplin große Erfahrungen haben. Möglich ist perspektivisch sogar ein sportlicher Vergleich, mal sehen", sagt Andreas Spiller, der sich zudem mit vier Mitstreitern um das Wiedererstellen der vor Jahren verlorengegangenen Ortschronik kümmert.

Angedacht ist außerdem eine Herbstwanderung. Im Winter könnte eine Schlittschuhbahn auf einem Teich angelegt werden, mit Grill und Glühweinbude am Ufer. Wie das in Regie des neuen Vereins läuft, kann vor Weihnachten beim bereits fest geplanten Advents-Grillen an der "Linde" getestet werden. "Das alles", betont der im Gemeinderat sitzende Jürgen Eckstein, "ist auch als Bereicherung für ganz Heinsdorfergrund gedacht, nicht in Konkurrenz dazu." Und die Linde ist die ideale Ideenschmiede dazu, sagt Sven Bockwitz: "Dort saßen schon unsere Väter, auch das hat Tradition."

1. Dorf-Stammtisch Hauptmannsgrün, morgen ab 19 Uhr in der Gaststätte "Zur grünen Linde". Wer will, kommt einfach vorbei.

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