Der erste Beton zum Selberzapfen fließt in Unterheinsdorf

Die Firma Schädlich schließt mit einer chipkartengesteuerten Anlage eine Marktlücke im Vogtlandkreis. Das Angebot richtet sich an gewerbliche und private Kleinabnehmer.

Unterheinsdorf.

Wer Freitagnachmittag oder am Samstag schnell noch die eine oder andere Schubkarre Beton braucht, muss sich den Baustoff entweder selber mixen oder etwa nach Zwickau oder Werdau fahren. Ab Montag ist diese Marktlücke geschlossen. Dann geht in der Unterheinsdorfer Baufirma Schädlich die erste Beton-Tankstelle für gewerbliche und private Kleinabnehmer im sächsischen Vogtland in Betrieb. "Durch viele Kontakte weiß ich, dass der Bedarf dafür da ist. Das und der Ausbau unserer Betonblockstein-Produktion gaben den Anlass für diese Investition", sagt Firmenchef André Schädlich, während die gerade aufgebaute Maschine neugierig von Firmenkunden in Augenschein genommen wird.

Die Mini-Betonanlage an der Reichenbacher Straße liefert von Montag bis Samstag "Beton to go" in verschiedenen Klassen und Güten im Selbstbedienungsprinzip. Dazu kaufen sich die Kunden im Firmenbüro oder im Baucontainer an der Anlage Chipkarten, die wie in einer Waschstraße fürs Auto ins Lesegerät der Anlage gesteckt werden. Nach einem Mischprozess von zwei bis drei Minuten spuckt die Maschine die gewünschte Mischung in der gewünschten Menge aus. Ein Förderband transportiert den Baustoff auf den Hänger oder die Ladefläche des Kundenfahrzeugs. Möglich sind mit einer Chipkarte vier Füllmengen von 0,25 bis einen Kubikmeter. Wer also zwei Kubikmeter zapfen will, der benötigt zwei Chipkarten. Den Viertelkubikmeter gibt's ab 27 Euro.


Läuft die für Kunden aus dem gesamten nördlichen Vogtland infrage kommende Anlage auf Hochtouren, stößt sie 15 Kubikmeter Frischbeton in einer Stunde aus. Das Hochsilo ist mit 29 Kubikmetern Zement gefüllt, das sind etwa 32 Tonnen. Gemischt wird vom Estrich bis zum wasserdurchlässigen Beton so ziemlich alles, was im Bau an unbewehrtem Beton gebraucht wird. Auf Wunsch gibt die Firma der Mischung einen Verzögerer bei. "Wenn jemand aus Hauptmannsgrün kommt, härtet der Beton sonst für ihn zu früh aus", sagt André Schädlich.

Die Anlage des Herstellers Massfeller ist etwa die 250. in Deutschland aufgestellte. Im Vogtlandkreis ist die in Unterheinsdorf die erste. Um die lückenlose Beschickung der Maschine zu gewährleisten, hat das sieben Mitarbeiter starke Unternehmen auch in den Bau von Lagerkapazitäten für die Zuschlagstoffe investiert. "Und passend zum Frischbeton bieten wir jetzt auch Schüttgüter für den Baubereich an", sagt der Firmenchef.

Zudem erweitert das bisher eher für seine Tätigkeit im Tiefbau und in den Sparten Regen- und Abwassertechnik bekannte Unternehmen seine Produktion von Betonblocksteinen. "Mit der Anlage können wir den Beton für die Steine jetzt selbst herstellen und vor Ort gießen. Das spart Zeit, die wir bisher in den Transport gesteckt haben." Die in verschiedenen Formen hergestellten Steine finden bei eigenen Bauprojekten Verwendung oder werden verkauft. So kommen die Blöcke etwa beim Bau von Schüttgutboxen, Stützmauern, beim Silobau oder im Carportbau zum Einsatz.

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