Der Kämpfer lebt als Vorbild weiter

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Helmut Schubert war nicht nur als Tischtennis-Spieler ein Ass. Nun ist die Lengenfelder Legende im Alter von 97 Jahren verstorben - ein Nachruf.

Lengenfeld.

Herzinfarkt. Mit Mitte Siebzig lag Helmut Schubert flach. Angeschlossen an Schläuche, der Puls nur noch schwach. Doch der Wille ungebrochen. Wenig später sprach der Arzt von einem Wunder. Das Herz des Kämpfers schlug wieder im Takt. Und wie. Zehn Jahre später feierte die Sportskanone mit dem Titel bei der Tischtennis-Senioren-WM in Rio de Janeiro einen seiner größten sportlichen Erfolge. Nun schlägt das Herz der Lengenfelder Legende nicht mehr. Helmut Schubert starb in einem Pflegeheim - er wurde 97 Jahre alt.

Für viele Vogtländer und insbesondere die Sportler des VfB Lengenfeld lebt Helmut Schubert als Vorbild weiter. Als ein Mann von Charakter, der mit seiner Selbstdisziplin und seinem respektvollen Auftritt anderen gegenüber zur Vaterfigur für Generationen wurde. "Wir nehmen mit Trauer im Herzen und dankbaren Erinnerungen Abschied. Helmut war die Seele des Vereins", sagt Peter Heinzmann für die VfB-Mitglieder - der Verein erinnert an Helmut Schubert in der nächsten Ausgabe des Amtsblattes.

Diesem Nachruf schließt sich auch das Rathaus an. Bürgermeister Volker Bachmann, der dem Altmeister im Jahr 2008 die Bürgermedaille der Stadt Lengenfeld überreicht hatte: "Ich habe Helmut immer für seine bis ins hohe Alter anhaltende Vitalität und Sportbegeisterung bewundert. Er war durch sein beispielhaftes kameradschaftliches Verhalten beliebt bei Jung und Alt, so wird er uns in Erinnerung bleiben."

Die Überzeugung und Kraft für den Aufbau der Sektion Tischtennis ab 1949 und seinen unermüdlichen Einsatz für die Sport-Jugend hatte Helmut Schubert aus seinen Kriegserlebnissen bezogen. Er war Fallschirmjäger mit Einsätzen in 16 Ländern und hat viele schlimme Dinge gesehen. "Da habe ich mich zu fragen begonnen, was wir da für einen Unsinn treiben", sagte Helmut Schubert einmal. Heimgekommen aus der Gefangenschaft setzte er sich fortan für ein besseres Deutschland ein. Im Beruf als Glaser, in der Textilbranche, bei der Wismut oder als Betriebsgewerkschaftsleiter. Im gesellschaftlichen Leben als Linker, der seine Überzeugung nach der Wende nicht ablegte, oder als engagiertes Mitglied des DRK. Ein Freund der Menschen - das war Helmut Schubert auch im Privaten. Als Vater und Ehemann: "Es gab und gibt nie ein böses Wort zwischen uns", erzählte Charlotte Schubert einmal.

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