Der letzte in Reichenbach geborene Jude ist tot

Herbert "Moshe" Samter ist am Montag in Israel im Alter von 96 Jahren gestorben. Bis zuletzt hielt er engen Kontakt ins Vogtland. Ein Nachruf.

Haifa/Reichenbach. Der letzte in Reichenbach geborene Jude, Herbert "Moshe" Samter, ist am Montag im Alter von 96 Jahren gestorben. Am 26. September 1923 wurde er als einziges Kind des aus Lissa/Polen stammenden Ehepaars Julius Josef und Alma Samter geboren. 1935 floh die Familie aus Deutschland. Die Familie siedelte sich in der Hafenstadt Haifa an, wo Herbert Samter die letzten Jahre in einer Senioreneinrichtung mit Meerblick hoch auf dem Carmel verbrachte.

Obwohl Herbert Samter bei der Emigration noch sehr jung war, behielt er Reichenbach immer in seinem Herzen. Er pflegte Kontakte mit Verwandten und seinen früheren Klassenkameraden, feierte runde Geburtstage bevorzugt im Vogtland mit den Freunden von damals und vergaß nie den Abstecher nach Reichenbach, wenn er in Deutschland war. Im April 2014 weilte er mit einer Tochter und seinem Sohn zum letzten Mal in der Neuberinstadt. Gerne wäre er noch einmal gekommen, doch die Reisen waren ihm dann zu beschwerlich. Dafür empfing er immer wieder Vogtländer in Haifa oder seiner Ausstellung Great Mini World in Yokne'am Illit.

Herbert Samter hinterlässt drei Kinder mit ihren Familien, darunter mehr als 25 Enkel und Urenkel. Der 2017 verstorbene Heimatforscher Werner Nitzschke, ein Freund von Herbert Samter, hatte zu Lebzeiten angeregt, den gebürtigen Reichenbacher mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt zu ehren. Dafür ist es nun zu spät. Die Stadtväter sollten sich Gedanken über eine andere Form der Erinnerung an den gebürtigen Reichenbacher machen, der gern in seiner vogtländischen Heimat geblieben wäre.

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