Der Spaß-Test: Lio planscht im Tobeland

Piratenschiff, Plansch- becken und Fußballfeld sind nur einige der aufblasbaren Attraktionen im Reichenbacher Park der Generationen. Was aber besitzt den größten Unterhaltungswert?

Reichenbach.

Der Kletterberg war Lios erste Station. "Weil man da erst einmal einen Überblick bekommt", sagte der zehnjährige Junge aus Brockau. Er testete im Park der Generationen in Reichenbach das Hüpfburgenland, das bis 30. August seine Pforten geöffnet hat. Der junge Brockauer war nicht alleine. Viele Besucher nutzten das schöne Wetter und kamen gleich nach der Eröffnung.

Lio ging die Sache strategisch an. Er kletterte auf den Vulkan, von dem man wieder herunterrutschen kann, freute sich und sagte: "Hier hat man eine schöne Aussicht auf den ganzen Park und verschiedene Klettermöglichkeiten." Von dort oben fiel ihm die Wasserrutsche mit dem Pool auf. Deshalb dauert es nicht lange und Lio wechselte von Freizeitkleidung in die Badehose. Nach der Erfrischung ging es zum Piratenschiff, wo es sich wunderbar springen ließ. Die "Titanic" daneben würde Lio seiner jüngeren Schwester überlassen. Für den Laufparcours mit den Bungeeseilen konnte sich Lio nicht so begeistern. Das mache mehr Spaß, wenn man gegeneinander antritt. Mitspieler sind auch für das Fußballfeld gut. Ein paar andere Hüpfburgen wie die Burg überlässt er gern kleineren Besuchern.

Der Parcours beginnt gleich nach dem Eingang mit der Basketballanlage. "Voll cool. Das ist für mich etwas Neues. Basketball kenne ich nicht von der Schule", sagte er. Dann kommen Hüpfburgen, die wieder eher etwas für seine kleine Schwester sind. Besser ist da der Boxring, wo man sich auch mal gegen Hindernisse fallen lassen kann, ohne dass etwas passiert. Dort war gerade der neunjährigen Leo aus Reichenbach, der Stammgast im Hüpfburgenland ist. Er probierte sich gerade im Boxen aus. Für den riesigen Drachen mit dem offenen Maul fühlte sich Lio zu alt: "Für Kleine." Zwischendurch war Gelegenheit, unter den schattenspendenden Segeln etwas zu essen oder zu trinken. Der Verkaufswagen hält das bei Kindern beliebte Sortiment bereit. Für die Älteren gibt es auch Kaffee.

Welchen Attraktionen würde Lio die ersten drei Plätze vergeben? Er setzt ohne groß nachzudenken die Wasserrutsche auf Platz eins: "Sie ist groß, und das Wasser im Pool ist schön warm." Den zweiten Platz vergab er an das Piratenschiff. Der Grund dafür? "Die Rutsche ist steil und dadurch richtig schnell." Bei Platz drei entschied sich Lio für das Fußballfeld. "Weil man sich da schön austoben kann." Immerhin hatte er dem Fotografen beim Spiel ein paar Tore ins Netz gekickt.

Die Schaustellerfamilie von Roman Schmidt hat knapp 20 Hüpfburgen und jede Menge Kinderfahrzeuge mitgebracht. Bei der Vielfalt soll keine Langeweile aufkommen. Für das Unternehmen ist Reichenbach der erste und einzige Platz für den Outdoor-Spaß in diesem Jahr.

In Reichenbach war im vorigen Jahr auch der letzte Veranstaltungsort für das Hüpfburgenland. Rudolstadt, Neustadt/Orla, Schleiz sind als Stationen ausgefallen. An Zeulenroda trauen sich die Schmidts nicht heran: Bei 4500 Euro liegen die Vorkosten für das Angebot. Roman Schmidt: "Ich rechne fest mit einer zweiten Corona-Welle nach dem Urlaub. Wenn ich dann nach drei Tagen schließen muss, ist der Verlust größer, als wenn ich gar nicht öffne." Er zeigt dazu Videos von Demonstrationen in Berlin, München oder Stuttgart, wo Schausteller um ihre Existenz kämpfen. Ihm gehe es dabei noch relativ gut, nicht wie Unternehmen, die große Fahrgeschäfte haben und Millionen-Kredite tilgen müssen. Für Reichenbach hofft er auf möglichst viele Besucher, denn das ist die Haupteinnahme für dieses Jahr. Schließtage gibt es nicht.

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