Dia- und Negativ-Sammlung der Burg Mylau wird digitalisiert

Das "Filmarchiv" im Glockenturm hat ausgedient. Dank Fördermitteln wird das kulturelle Erbe bewahrt. Und 2020 soll es eine neue Ausstellung geben.

Mylau.

Sina Klausnitz, Leiterin des Museums Burg Mylau, steht die Freude ins Gesicht geschrieben. Von der Landesstelle für Museumswesen traf der Förderbescheid für die Digitalisierung der Dia- und Negativsammlung des Museums ein. Er beläuft sich auf rund 5100 Euro der Gesamtkosten von etwa 6100 Euro. "Damit kann ein wichtiger schritt zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Region gegangen werden", sagt Klausnitz.

Das "Filmarchiv", das bislang im Glockenturm der Burg untergebracht ist, hat damit bald ausgedient. Dort finden sich sowohl großformatige Schwarz-Weiß-Dias auf Glas als auch Kleinbild-Farbdias sowie Negative im Format 6x9, 6x6 und im Kleinbildformat. Die Aufnahmen aus der Region stammen aus der Zeit von 1920 bis kurz nach der Jahrtausendwende. Insgesamt rund 4000 Objekte.


Sie alle werden nun von der Fachfirma CDS Gromke aus Leipzig digital eingescannt und in die Datenbank des Museums eingespeist. Ausgewählte Stücke wolle man online für die Öffentlichkeit verfügbar machen. Die Originale wandern dann ins zentrale Museumsdepot nach Reichenbach. Dort landen auch historische Schwarz-Weiß-Dias zu Pflanzen, Tieren, Landschaften und Geschichte, die früher als Lehrmittel Verwendung fanden und einen ganzen Wandschrank im Glockenturm füllen. Die Papierfotos aus der Museumssammlung wurden übrigens bereits zu einem früheren Zeitpunkt digitalisiert.

Vorangetrieben hat das Museumsteam zudem das Projekt "Digitale Wissensbasis Industriekultur Mylau". Immerhin ist die Burg Mylau einer der ersten Fabrikstandorte ins Südwestsachsen. Hier wurde 1808 die Spinnerei Brückner gegründet, die sich in den folgenden Jahrzehnten zur größten Spinnerei Sachsens entwickelte. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Landes Sachsen und dem Kulturraum Vogtland Zwickau gefördert und soll im Jahr der Industriekultur 2020 in eine Ausstellung münden. Diese soll "Spindel, Webstuhl & Visionen" heißen. Als Kooperationspartner fungiert dabei das Textilforschungs- institut Vogtland in Greiz. "Wir haben auch dafür Förderung von der Kulturstiftung und vom Kulturraum beantragt. Die Kosten von 21.000 Euro könnten wir allein nicht stemmen, sagt Klausnitz. Die Ausstellung will flankierend zur 4. Sächsischen Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" Besucher ins Vogtland locken.

Die Landesausstellung findet neben dem Audi-Bau in Zwickau an sechs Schauplätzen zwischen Freiberg und Crimmitschau statt. Dass darunter kein Schauplatz im Vogtland ist, lässt Sina Klausnitz den Kopf schütteln. Mit der Plauener Spitze oder dem Maschinenbau habe der Vogtlandkreis Herausragendes in Sachen Industriekultur zu bieten. Die Chance, sich damit bei der Landesausstellung einzubringen, sei vertan worden.

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