Diakonie Plauen hat es mit Fusion nicht eilig

Beschluss, mit Auerbach zu verhandeln, sieben Monate alt - Direktor kündigt Infos für Juni 2020 an

Auerbach/Plauen.

Beim Zusammenrücken der Diakonien in Plauen und Auerbach lassen sich die Akteure Zeit. Vor sieben Monaten hatte die Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes-Stadtmission Plauen einen Beschluss gefällt, der die Plauener Führungsgremien zu Verhandlungen mit der Diakonie Auerbach über Möglichkeiten einer engeren Verzahnung oder gar einer Fusion ermächtigte. Seither drang nicht mehr viel nach außen.

"Die Gespräche laufen", bestätigt jetzt der Plauener Diakonie-Direktor Hartmut Denkewitz. Man sei dabei, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen. Trotz des Zusammengehens der Kirchenbezirke Plauen und Auerbach zum 1. Januar 2020 bestehe kein Grund zur Eile. Die Vereine seien nach wie vor rechtlich selbstständig. "Es gibt keinen rechtlichen, finanziellen oder organisatorischen Druck", erklärt der Diakonie-Direktor auf Anfrage der "Freien Presse". Im Rahmen der im Juni geplanten Mitgliederversammlung werde es dann auch wieder Informationen geben, kündigte er an.

Das Diakonische Werk-Stadtmission Plauen hat 150 direkte Mitarbeiter und etwa 70 in angeschlossenen Strukturen. Nicht alle Mitglieder hatten am 10. Mai dem Beschluss zugestimmt, mit der deutlich größeren Diakonie Auerbach zusammenzurücken und über "künftige Zusammenführungen" zu verhandeln. Bestandteil des Beschlusstextes ist auch, die Verhandlungsergebnisse rechtzeitig in den Diakonie-Organen "zur Diskussion und zur weiteren Beschlussfassung vorzulegen".

Die Diakonie Sachsen betrachtet derlei angepeilte Fusionen wohlwollend. "Aus organisatorischen Gründen ist es ein Vorteil", sagt Sigrid Winkler-Schwarz, Pressereferentin des in Radebeul ansässigen Diakonischen Werkes Sachsen. Dabei gebe es keine Vorgaben, auf Wunsch allerdings Beratung. Denn die Träger sind rechtlich selbstständig. Der Trend gehe zu weiteren Fusionen, sagt Sigrid Winkler-Schwarz und nennt ein Beispiel. So gehe mit der Bildung des gemeinsamen Kirchenbezirkes Meißen-Großenhain auch die Zusammenlegung von Diakonie-Strukturen einher.

Unterm Dach der Diakonie Sachsen sind 22.000 Mitarbeiter und ein Heer von Freiwilligen in fast 1800 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen aktiv. Zu den 148 Mitgliedern gehören Diakonische Werke in den Kirchenbezirken und Stadtmissionen, Regionale Diakoniewerke, Diakoniewerke der Freikirchen und Fachverbände. (ur)

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