Die Brennnessel-Probe und andere Anekdoten

In 88 Geschichtchen zeichnet Wolfgang Viebahn das Leben von Heinrich Dathe nach. Der Reichenbacher, der Tierparkdirektor von Berlin wurde, besaß einen hintergründigen Humor.

Reichenbach.

Ein Häppchen verdaut man eher als einen dicken Schinken. Eingedenk dessen hat Heimatforscher Wolfgang Viebahn in seinem zweiten Buch über den Reichenbacher Ehrenbürger und Begründer des Tierparks Berlin, "Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Dathe - Vom Reichenbacher Stadtkind zum Tierparkdirektor in Berlin" 88 humorvolle und nachdenkliche Geschichtchen aneinandergereiht. Die in zeitlicher Abfolge abgedruckten Episoden und Anekdoten werfen Schlaglichter auf Dathes Leben und Werk.

2010 hatte Viebahn zu Dathes 100. Geburtstag das Buch "Heinrich Dathes Jugend in Reichenbach" vorgelegt. 2015 war er zudem Mitherausgeber des Buches "Heinrich Dathe: Zoologe und Tiergärtner aus Leidenschaft." Aus 29 Quellen hat er jetzt die Episoden zusammengetragen. Viele der Fotos stammen von Klaus-Dieter Rudloff aus Berlin. Das Manuskript lag Heinrich Dathes Söhnen Falk und Holger zur Durchsicht vor, sagt Wolfgang Viebahn und fügt hinzu: "Viele, die heute 40 Jahre oder jünger sind, kennen den renommierten Tierparkdirektor mit Reichenbacher Wurzeln gar nicht mehr. Auch und gerade für sie ist mein Buch gedacht."

Hätten Sie gewusst, dass Dathes Vater Curt seiner Schwiegermutter einst Streiche mit Parfüm spielte, und dass Heinrich eigentlich Heinz heißen sollte? Das 124 Seiten umfassende Buch erzählt ebenso davon, dass Dathe ein leidenschaftlicher Tänzer war, der nach 29 Touren erst um 4 Uhr morgens wieder daheim war. Seine spätere Ehefrau Elisabeth aus Gettengrün bei Adorf bestand ihre Feuertaufe, als sie mit Heinrich Dathe klaglos durch Brennnesselfelder streifte. Das war ihre Brennnessel-Probe. Auch seine zweite Frau sollte Elisabeth heißen. Geschildert werden der erste Zuchterfolg des Tierparks Berlin, eine Affenjagd, die kalte Dusche für einen Kakadu, Lachmöven, die das DDR-Fernsehteam mit Kot bombardierten oder ein Kameltransport mit Hindernissen. Köstlich auch die Episode "Honecker und der Cocker-Spaniel".

In einer Auflage von 400 Stück kam das Buch am Montag frisch aus der Druckerei. Als Nummer 52 der Schriften des Neuberin-Museums, gefördert durch die Stadt Reichenbach, die Neuberin-Gesellschaft, den Verein Aqua et Natura und den Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Das Buch zum Preis von 14,90 Euro ist im Landhandel Mylau sowie mit Bestellservice in den Buchhandlungen in Reichenbach und Lengenfeld zu haben. Es kann zudem direkt beim Autor unter Ruf 03765 15067, zuzüglich Versandkosten, bestellt werden.

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