Die Burg Mylau ist Sitz der Vogtland-Vagabunden

Der Motorrad-Verein hat sich die Räume der einstigen Gaststätte zum Klubhaus ausgebaut. Die Eröffnungs-Party am Samstag steigt allerdings nur für geladene Gäste - Bikerluft für Neugierige weht bei den offenen Abenden.

Mylau.

Steak statt Gyros, Rockmusik statt Sirtaki: Die viele Jahre leerstehende Gaststätte auf der Burg Mylau ist seit kurzem wieder ein Ort, an dem sich Gleichgesinnte zu entspannten Abenden in geselliger Runde treffen. "Wir hatten lange nach einem solchen Domizil gesucht und sind natürlich froh, es ausgerechnet auf der Burg gefunden zu haben", sagt Michael Zierold. Der Netzschkauer ist Vorsitzender des weit über die Region hinaus bekannten Motorrad-Vereins Vagabunden Vogtland - seit September hat der mehr als ein Dutzend Mitglieder und viele Freunde starke Verein die Gewölbe im ältesten Burgteil zum neuen Klubhaus ausgebaut und damit eine lange Zeit ohne festen Stammsitz beendet.

Dazu war im Vorjahr ein Mietvertrag mit dem Futurumverein Vogtland - dem Verwalter der Burg - abgeschlossen worden. Sehr zur Freude auch von Museumsleiterin Sina Klausnitz, die seinerzeit erste Kontakte zwischen Motorrad- und Burgverein zielführend vertieft hatte. "Ich finde es spitze, dass die Gaststättenräume wieder genutzt werden, so neues Leben in die Burg einzieht und dem Verein geholfen werden konnte", sagt die Museumschefin im Hinblick auf fünf Jahre Vogtland Vagabunden ohne Klubhaus - aus den Vereinsräumen in einer ehemaligen Mylauer Auto-Werkstatt waren die Vagabunden 2014 umständehalber ausgezogen.


Im neuen, geschmackvoll mit Pokalen und Biker-Zubehör ausgestatteten Domizil feiert der Verein am Samstag seine Eröffnungs-Party, allerdings nur für geladene Gäste wie befreundete Clubs und Einzelfahrer. Für Neugierige sind die Gewölbe an den jeden zweiten Freitag im Monat steigenden offenen Abenden zugänglich. Wer die Vagabunden kennenlernen will, ist auch zur Sommer-Party am Hauptmannsgrüner Mühlteich eingeladen. Dort feiert der Club immer am dritten September-Wochenende mit viel Musik und Bikerflair. Öffentlich Flagge zeigen die Vagabunden zudem stets zur Saisoneröffnung am ersten April-Sonntag im Boxenstopp Lengenfeld.

Um im neuen Klubhaus in Feierlaune zu kommen, musste allerdings viel Schweiß fließen. "Allein den ganzen Müll rauszubringen, hat ordentlich Zeit und Kraft in Anspruch genommen", berichtet Michael Zierold über die zudem seit September komplett erneuerte Elektrik und die teilweise erneuerte Heizungsanlage. Außerdem haben die Biker Küche und Bar eingebaut, die Gewölbe weiß gespritzt und natürlich eine Beschallungsanlage installiert. Was noch fehlt, ist das vor 25 Jahren vom Reichenbacher German Schubert kreierte Vereinssymbol, das auf einer Stirnwand platziert wird - das Vagabunden-Wappen auf der Burg symbolisiert unübersehbar auch ein Stück vogtländische Biker-Club-Geschichte.

Gegründet wurde der Club 1995 als Zusammenschluss der Devil Rider Reichenbach mit dem MF 143 Wolfspfütz - das waren zwei Vereinigungen, die sich in den Wendetagen gebildet hatten. So verwundert es nicht, dass heute bereits Kinder der Gründungsmitglieder zum festen Kern der motorisierten Vagabunden zählen - und friedlich ihre Leidenschaft pflegen. Michael Zierold zum Verhältnis mit den anderen vogtländischen Clubs: "Reibereien gibt es bei uns nicht. Wir kennen uns alle und respektieren uns. Gegenseitige Besuche gehören dazu."

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