Die Frauen lachen mehr

Ursprünglich gab es nur den Männerstammtisch. Doch seit es den lebendigen Adventskalender gibt, hat sich das geändert.

Waldkirchen.

Einen Männerstammtisch unter den Fittichen der SG Waldkirchen gibt es im Sportlerheim schon seit vielen Jahrzehnten. Vor einem Jahr kam ein Frauenstammtisch dazu. Alle 14 Tage bietet sich dann im Sportlerheim folgendes Bild: In einer Ecke des Raumes sitzen die Männer um einen Tisch herum und diskutieren heftig. In der entgegensetzten Ecke sitzen die Frauen. Dort wird öfter mal gelacht. Die Männerrunde nennt ihr weibliches Pendant "die Mädels". Die wiederum freuen sich, unter sich zu sein. "Wir reden über alles Mögliche, über die Weihnachtsdekoration, aber nicht nur über typisch weibliche Themen. Wir interessieren uns auch für Sport", erklärt Ursula Malz und fügt an: "Gestern haben wir die Champions League angeschaut und uns per Whatsapp-Nachricht über den Spielstand ausgetauscht."

Der Frauenstammtisch entstand durch die Aktion Lebendiger Adventskalender, den die Dorfgemeinschaft voriges Jahr das erste Mal organisierte. In der Adventszeit luden Privatpersonen, Vereine, Geschäftsleute oder auch der Kindergarten an festgelegten Tagen zum gemütlichen Beisammensein ein.

Als der Stammtisch voriges Jahr beim lebendigen Adventskalender mitmachte, war das ursprünglich als einmalige Aktion geplant. "Eigentlich war die Einladung an die Frauen nur für diesen einen Tag gedacht, doch seitdem haben wir hier auch eine regelmäßige Frauenrunde", erklärt einer der Männer.

Beim "starken Geschlecht" geht es manchmal lautstark zu. Sie diskutieren über Politik, über Autos und Fußball. "Hier erfahre ich, was es Neues im Dorf gibt. Wir sind hier im Unterdorf und tauschen hier auch die Neuigkeiten aus dem Mittel- und dem Oberdorf aus", berichtet Wolfgang Völz. Viele vom Stammtisch waren früher sportlich aktiv. "Der Faustball hat uns im Ort zusammengeführt", sagt Horst Lindner.

Die Frauenrunde sieht das genauso. "Im Dorf gibt es kaum eine Möglichkeit, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen", sagt Ursula Malz. "Wir haben keinen Laden und keine Gaststätte im Ort. Wohin sollte man also im Dorf zu Fuß gehen. Im Sommer sind schon ein paar Leute auf der Straße anzutreffen, aber im Winter kaum." Drei Kilometer ziehe sich die Bebauung des Ortes hin. Alle seien mit dem Auto unterwegs. Es ergeben sich also kaum Gesprächsmöglichkeiten, hat Eleonore Gäbler festgestellt. Der Stammtisch sei eine gute Gelegenheit, andere Dorfbewohner kennenzulernen, findet Ursula Malz.

Volker Sachse aus der Waldsiedlung ist noch nicht lange beim Stammtisch, kommt aber regelmäßig. Das habe sich durch den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ergeben. Vorher seien die Leute in der Waldsiedlung immer für sich gewesen. Sachse: "Das hat mir nie gefallen, und ich bin froh, dass sich das jetzt geändert hat."

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