Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt

Auflösung Fotorätsel 1257: Ob es im Foto die Elstertal- oder die Göltzschtalbrücke ist, wurde gefragt. Es ist die über das "goldene" Wasser.

Reichenbach/Mylau.

Die Flüsse Göltzsch und Elster bereiteten der Sächsischen-Bayrischen Eisenbahn-Compagnie bei ihrer Gründung um 1841 beträchtliche Sorgen: Die tief eingeschnittenen Täler beider Gewässer mussten überbrückt werden, um den Eisenbahnverkehr der Strecke von Reichenbach nach Hof und umgekehrt zu ermöglichen. Man dachte zwar an Brücken, aber auch an Aufschüttungen und allmähliches Absenken des Geländes. Schließlich setzte sich ein Brückenbau durch. Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben, zu dem 81 Vorschläge eingesandt wurden. Einer sah sogar vor, im Mittelteil der Brücke Wohnungen oder ein Gefängnis einzubauen.

Doch keiner dieser Einsendungen hielt der Prüfungskommission unter dem Vorsitz von Bauingenieur Andreas Schubert (geboren 1808 in Wernesgrün) stand. Es fehlten verwendbare Berechnungen über die Statik des zukünftigen Bauwerkes. Schubert übernahm Ideen aus diesen Vorschlägen, aber stellte einen eigenen Entwurf vor, der schließlich auch verwirklicht wurde. Der sah vor, die Göltzsch- und die Elstertalbrücke bei Jocketa nach dem Vorbild römischer Aquädukte zu bauen und dafür Ziegelsteine zu verwenden. Lehm gab es in der Umgebung genug.

Am 15. Juli 1851 fuhr der erste Zug über die 78 Meter hohe und 574 Meter lange Göltzschtalbrücke, die vier Etagen hat und seither mit 26 Millionen Ziegel die größte Ziegelbaubrücke der Welt ist. Am selben Tag wurde auch die kleinere Elstertalbrücke (68 Meter hoch und 279 Meter lang) mit zwei Etagen eingeweiht. Gefeiert wurden zu recht die Ingenieure Dost und Wilke. Als ungerecht hat es Andreas Schubert allerdings empfunden, dass er nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen war und sein Name damals an keiner der Brücken stand.

Gewonnen hat Petra Esbach aus Ellefeld. Sie bekommt einen Design-Regenschirm. Die nächste Rätselfolge erscheint am Samstag.

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