Die Müll-Challenge im Neubau fordert auch die Jugend heraus

Bei dem von Zahnärztin Anja Gürtler ins Leben gerufenen Arbeitseinsatz war die Anzahl der Müllsammler überschaubar - die Müllmenge groß. Einige Teilnehmer regten einen städtischen Aktionstag an.

Reichenbach.

Für Anja Gürtler steht fest: "Nächstes Jahr findet der Termin früher statt, damit kein Gras drüberwächst", sagte die Reichenbacher Zahnärztin und Initiatorin der Müll-Challenge am Freitagnachmittag im Neubaugebiet. Denn: Um den überall verteilten Müll zu sehen, musste man sich schon tief ins Grüne bücken. Was zum Vorschein kam, war unübersehbar: 15 prall gefüllte Müllsäcke haben die Sammler während der nur zweistündigen Aktion aufgelesen. Es wäre mehr gewesen, doch die Anzahl der Teilnehmer war überschaubar - und dennoch optimistisch stimmend.

Schließlich bückten sich neben älteren Semestern auch junge Neubaubewohner und füllten die Säcke. Florian Poppe etwa, der mit seinem Bruder Jonathan zupackte. "Uns alle geht das Problem Mikro-Plastik etwas an. Deshalb sammeln wir nicht nur hier Müll", sagte der Neuntklässler, der bei Aktionen im Greizer Goethe-Park hilft. Dort gehören er und die im Neubau ebenfalls Müll auflesende Franziska Schmidt zu den "Fridays for Future"-Pionieren. Zweimal wurde dort bereits für mehr Klimaschutz demonstriert.


Das Engagement der jungen Leute kommt bei den gestandenen Müllsammlern an. Challenge-Teilnehmerin Beate Burghardt: "Ganz toll, die jungen Leute wissen, warum sie das tun. Das macht Hoffnung." Die sieht Stadtführerin Renate Möller ebenso: "Allerdings haben mich junge Leute nur freundlich gegrüßt, mitgemacht haben sie nicht. In einer Stunde habe ich an der Neuberschule und ein Stück die Dammsteinsenke runter viel gefunden. Weil mir das dann alles zu schwer wurde, habe ich aufgehört." Doch nicht nur Neubaubewohner packten an. So war Harald Kubitz aus Mylau gekommen. Und Harald Zeißig aus Cunsdorf. "Tolle Initiative. Es müsste einen stadtweiten Aktionstag dafür geben, mit Stellplätzen und Aufruf durch die Stadt." Diese Idee fand Florian Poppe gut. "In Greiz hat sich so einen Frühjahrsputz etabliert. Aber das heute war immerhin ein Anfang."

Das sah auch Heribert Gürtler so. Der Vater der Initiatorin hatte den Challenge-Müll mit dem Hänger zur Sammelstelle gebracht - dort holt ihn der Bauhof am Montag ab: "Wir sind ganz zufrieden mit der Premiere. Zumal es vorher Stimmen nach dem Motto gegeben hatte: Wie blöd seid ihr denn, dafür werden andere doch bezahlt."

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