Die ruhige Hand im Reich der Zahlen

Toni Hübner ist ein Mathe-Ass. Nächste Woche vertritt der Achtklässler die Oberschule Netzschkau auf Landesebene.

Netzschkau.

In der Netzschkauer Oberschule gibt es für Neugierige eine ganz besondere Pausenversorgung: In zwei Knobelecken können sich die Schüler mit richtigen Lösungen kleine Preise verdienen. "Dazu gibt es seit Jahren Förderunterricht in den fünften und sechsten Klassen und im Ganztagsangebot für die neunten und zehnten Klassen zusätzliche Anreize. Wir fördern gezielt die Leistungsschwachen und fordern die Starken. Ein Viertel der Jahrgangsstufen macht da mit", erzählt Schulleiter Jürgen Dillner: "Damit stehen wir in Mathe und den naturwissenschaftlichen Fächern gut da." In der Breite und in der Spitze. Vor zwei Jahren hatte Debora Treibmann beim Landesfinale der Mathe-Olympiade Platz zwei geholt. "Sie geht jetzt mit einem der besten Zeugnisse von der Schule."

Und mit Toni Hübner rückt ein Schüler nach, der auch das Zeug dazu hat. Während sich bei anderen im Reich der Zahlen der Puls erhöht, gleicht der des Achtklässlers aus dem Pöhler Ortsteil Liebau dem eines in sich ruhenden Dickhäuters. "Mathe, das ist für mich wie Pause", sagt Toni Hübner und lächelt. "Arbeit macht das für mich net." Und üben muss das Mathe-Ass auch nicht. Zur Freude der Mutter. "Er hat das schon immer aus dem Ärmel geschüttelt. Er könnte sicher viel mehr erreichen. Aber er ist ein guter Junge, das zählt." Auch für den Schulleiter: "Bei ihm wird der Knoten noch aufgehen. Aber worüber reden wir da überhaupt, was er macht, das ist für andere eine riesen Aufgabe."


In einigen anderen Fächern gehört Toni nicht zur sächsischen Spitze. Ohne Lernen und Üben zumindest nicht. Aber die exakte Beschreibung der Welt in Zahlenkolonnen ist ihm in die Wiege gelegt. Schnell wie ein Rechner spuckt er Ergebnisse aus. "Oft sind die Ergebnisse einfach da. Aber gefragt ist ja auch der Lösungsweg. Dann muss ich erst überlegen", erzählt Toni über seine schulische Mühsal. Zu Hause stellt er sich seine Aufgaben selbst. Dort tüftelt er an im Binärsystem verfassten Geheimsprachen und schraubt auf der Suche nach den Geheimnissen von Hard- und Software Computer auseinander. Ohne Hektik, ganz entschleunigt wird Toni auch am 18. Mai in Chemnitz das Landesfinale der Mathe-Olympiade bestreiten. Die dafür qualifizierende Regionalstufe hatte er mit Bravour gemeistert. Und dann schaut er bestimmt auch mal an einer der Knobelecken seiner Schule vorbei. "Die waren mir noch gar nicht aufgefallen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...