Die Wende noch einmal lesend nacherleben

30 Bücher zu 30 Jahren Wende zeigt eine Ausstellung in der Reichenbacher Bibliothek. Die Autoren schauen aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Jahre vor und nach 1989.

Reichenbach.

800 Bücher mit einem Bezug zum Vogtland hat der Verein Vogtländische Literaturgesellschaft Julius Mosen mit Sitz in Marieney seit 2006 zusammengetragen. 30 davon zeigt jetzt eine kleine Ausstellung in der Jürgen-Fuchs-Bibliothek in Reichenbach.

30 Jahre Friedliche Revolution sind der Anlass für den Verein, auf die Bücher aufmerksam zu machen. Von Prosa über Lyrik, autobiografische Berichte bis hin zu historischen Streifzügen durch die Firmengeschichte nicht mehr existenter DDR-Betriebe reicht das Spektrum. Margarete Kochs Bestseller "Einmal Hof und zurück" ist genauso vertreten wie Bücher über Jürgen Fuchs oder von Utz Rachowski. Viele behandeln die Zeit vor, während oder nach der Wende. Einige entstanden als Erlebnisberichte, andere blicken mit dem Abstand mehrerer Jahrzehnte auf die Ereignisse zurück.

Mit dieser Themenschau verfolgt der Verein ein Ziel: Menschen zum Lesen anzuregen. "Etliche der Bücher kann man bei uns ausleihen", sagt Lisa Theileis, Leiterin der Bibliothek. Wer kaufen statt leihen möchte, kann sich an eine Buchhandlung wenden. Nach manchen ausgefallenen Exemplaren muss der Interessierte in den Antiquariaten stöbern. Heike Keßler, die Pressesprecherin des Reichenbacher Rathauses, die für ein paar Fotos für das Amtsblatt zur Eröffnung gekommen war, studierte aufmerksam die Buchtitel: "Hier liegen viele Bücher, die müsste man wirklich einmal lesen."

Dem Vorsitzenden des Vereins, Frieder Spitzner, fiel vor Jahren auf, dass zahlreiche Bücher erscheinen, die sich mit dem Vogtland in Verbindung bringen lassen. "Die Autoren sind hier geboren oder arbeiten hier oder die Bücher beschäftigen sich inhaltlich mit der Region", nennt Spitzner die Voraussetzung für ein Buch, in die Sammlung Julius Mosen aufgenommen zu werden. Zu Verlagen und Autoren pflegt der Verein gute Kontakte - die beste Voraussetzung, um für die Sammlung ein kostenloses Freiexemplar zu erhalten und damit die Sammlung systematisch zu vergrößern. "Wir beschränken uns beim Sammeln auf die Verwaltungseinheit des Vogtlandkreises, alles andere würde unsere Möglichkeiten sprengen", erklärt Spitzner. Über die Jahre entstanden gute Kontakte zu neun vogtländischen Bibliotheken, die oft erst durch die Arbeit des Vereins auf Bücher aufmerksam wurden und diese in ihren Fundus aufnahmen.

Spitzner waren vor Jahren die vielen Neuerscheinungen mit vogtländischem Hintergrund aufgefallen. Er fand, dass es eine sinnvolle Aufgabe des Vereins sei, dafür zu sorgen, dass diese Bücher mehr Beachtung finden. Seit dieser Erkenntnis gab es verschiedene Initiativen. Zehn Jahre lang konnten die Vogtländer in den Bibliotheken ihr vogtländisches Lieblingsbuch wählen. Seit zwei Jahren stellt der Verein in wechselnden Ausstellungen an verschiedenen Orten Teile seines Fundus' vor. "Das müssen nicht immer nur Bibliotheken sein. An anderen Orten erreichen wir auch ein anderes Publikum", so Spitzner. Auch an Schulen wende sich der Verein, denn so manches Buch eigne sich als Ergänzung zum Lehrstoff.

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