Die Zwangspause ist vorbei: Tagespflege startet durch

Wegen des Coronavirus war die Reichenbacher Einrichtung des Roten Kreuzes zu. Nicht alles ist jetzt wie vorher.

Reichenbach.

Elf Wochen waren für die Senioren eine lange Zeit. Elf Wochen - solange war die Tagespflege des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Reichenbach wegen des Coronavirus geschlossen. Seit ein paar Tagen können ältere Menschen wieder ihren Tag in den Räumen der Einrichtung verbringen. "Wir konnten nur eine Notbetreuung anbieten", berichtet Annett Biskup, die Leiterin der Einrichtung. "Diese konnten nur Gäste in Anspruch nehmen, die zu Hause keine andere Möglichkeit der Betreuung hatten. Anfänglich durften wir nur drei Personen aufnehmen, später waren es dann neun."

Die Zeit der Zwangspause nutzte das DRK, um die Räume umfassend zu renovieren. "Wir hatten zeitweise bis zu fünf Handwerker im Haus. In sechs Räumen wurde gearbeitet. Das Bad und das WC bekamen neue Bodenfliesen. Auch andere Räume, wie der Nostalgieraum, der Therapieraum und die Garderobe, bekamen einen neuen Fußboden. Außerdem haben wir alle Räume malern lassen", berichtet Biskup. Die Renovierung habe schon längere Zeit auf der Agenda gestanden. "Bei laufendem Betrieb ist das aber schwierig umzusetzen", so die Leiterin. Und weiter: "Ich bin froh, dass die Handwerker Zeit hatten und kommen konnten. So haben wir die Schließzeit sinnvoll nutzen können."

Für die Gäste des Hauses seien die Wochen ohne Tagespflege teils schwierig gewesen. "Gerade für Menschen mit Demenz ist ein geregelter und strukturierter Tagesablauf wichtig. Die Isolierung hat den Senioren nicht gut getan. Ihnen kann man auch nur schwer begreiflich machen, warum auf einmal alles anders ist und sie zu Hause bleiben müssen", berichtet Biskup. Auch die Angehörigen, die in den ersten Wochen nach der Schließung zu Hause waren und betreuen konnten, stießen spätestens dann an ihre Grenzen, als sie wieder arbeiten gehen mussten. "Auch unseren Mitarbeitern, die wir teilweise in Kurzarbeit geschickt haben, hat die Arbeit gefehlt. Alle sind froh, jetzt wieder arbeiten gehen zu können", so Annett Biskup. Das genehmigte Hygienekonzept, das Voraussetzung für die Wiedereröffnung war, sehe vor, dass die Einrichtung derzeit 13 der 20 Plätze belegen kann. Probetage seien wieder möglich, so Biskup.

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