Diese DJs heizen dem Partyvolk quer durchs Vogtland ein

Von Oldies über Soul, Funk und Hip-Hop bis zu Elektro: Wenn sie an den Plattentellern drehen, ist in der Region Party angesagt. Geplant hatten diesen Weg nicht alle der vier.

Plauen.

Silvester mit seinen Partys ist vorbei. Was für die einen feiern heißt, bedeutet für die anderen arbeiten. "Freie Presse" stellt vier Profis aus dem Vogtland für den guten Ton vor, die einen Laden gepflegt zum Beben bringen. Einer begann seine Karriere im Reichenbacher Bahnhof, der nächste ist aus seinem Beritt nicht mehr wegzudenken, der dritte verwöhnt seine Kunden und der vierte serviert oft was ganz anderes als Klänge.

Enrico Sörgel hat mit einer Handvoll Freunden vor elf Jahren aus Spaß an der Freude die ersten Partys auf die Beine gestellt. Den Startschuss für ein eigenes Gewerbe markierten für den 31-Jährigen vor elf Jahren zwei Feten im Reichenbacher Bahnhof. "Sie fanden sehr viel Anklang", erzählt der geborene Reichenbacher, der heute in Zwickau lebt. Danach machten sie im E-Werk Reichenbach weiter. Aus dem Nebengewerbe wurde 2011 die Firma Triebton. Sörgel und ein Kern-Team aus mehreren Freunden organisieren Veranstaltungen, vertreten Künstler, vermitteln Buchungen für sie - bis heute mit Spaß an der Freude, so der 31-Jährige. Zum E-Werk Reichenbach kamen der Plauener Club Zooma und der Zwickauer Club Seilerstraße hinzu. Ob Sachsen, Berlin oder Köln: "Wir wollen mit den Events speziell und exklusiv für unser Publikum sein", sagt Sörgel. Es besteht aus vielen Heranwachsenden, erklärt er, aber auch vielen Feierfreudigen von Mitte Zwanzig bis Vierzig aufwärts. Triebtons Markenzeichen? "Die komplette Bandbreite der elektronischen Musik." Am 2. Februar veranstaltet Triebton ein Event mit Szene-Größe Dr. Motte im E-Werk Reichenbach.

Gerd Schremmer ist einer der dienstältesten DJs von Plauen. Der 62-Jährige musste im Jahr 1973 noch vor einer Kommission im damaligen Karl-Marx-Stadt vorsprechen, um eine Lizenz als Schallplattenunterhalter zu bekommen, wie er erzählt. In der Plauener Diskothek Trend legte er oft auf. Den Namen Disco Alpha hat er bis heute. "Dann wissen die Leute gleich, dass ich das schon länger mache", sagt Schremmer. Musikalisch ist er breit aufgestellt. Dabei mag er Hip-Hop und Rap weniger, verrät der 62-Jährige. "Schlager, Oldie, Discofox - das ist meine liebste Richtung. Garniert mit aktuellen Sachen." Sein Credo: "Musik für junge Leute jeden Alters." Das Rezept geht auf: Manche Gäste kommen seit 46 Jahren zu seinen Veranstaltungen. "So lange die Nachfrage da ist, bleibe ich dabei", schmunzelt Schremmer. Zum Beispiel am 19. Januar zur Disko Oldie Nacht in der Plauener Festhalle.

Moritz Gräßler aus dem geografischen Mittelpunkt des Vogtlandes, Tirpersdorf, hat früh angefangen. "Mit zehn Jahren hatte ich mein erstes Mischpult", verrät er. Fünf Jahre später meldete er sein Gewerbe an. Heute hat der 20-Jährige etwa 35 Gigs im Jahr, meist private Veranstaltungen. Als Mo-Event ist er im Vogtland, Raum Zwickau und Hof bekannt. Spezialisiert ist der Azubi zum Elektroniker für Betriebstechnik auf Hochzeiten und Firmenfeiern. "Aber ich kann auch Party-Vollgas." Der 20-Jährige hat auch passende Beleuchtung und eine Fotobox parat. "Mir ist es wichtig, Kunden zu verwöhnen: mit einem Rundum-Paket", sagt er. Auch für VSC-Veranstaltungen in der Vogtland-Arena in Klingenthal legt er auf. Das alles organisiert er von seinem Büro in Oelsnitz aus. Sehr gut erinnert der Tirpersdorfer sich an eine Feier in Bad Elster: mit vielen Amerikanern und deutscher Ballermann-Musik. Bis früh morgens die Parkplatz-Schranke dicht war. Aber auch damit ist der 20-Jährige fertig geworden.

Steffen Sick sieht schwarz. Das ist sein musikalischer Hauptstil als DJ Sickboy: schwarze Musik. Ob Hip-Hop, Soul, Funk, R 'n' B oder ein Musiktrend namens Trap. Diese Klänge serviert der gelernte Restaurantfachmann (37) von Zwickau übers Vogtland bis Leipzig, Erfurt, Hof oder Bayreuth. Sick fährt als DJ und als Mitarbeiter im Plauener Restaurant "Heinrich's" zweigleisig. Zum Beispiel berät er im Lokal Gäste bei der Auswahl, bereitet Getränke zu oder serviert Speisen. Bei seinen Gigs dagegen serviert der Plauener Musik. "Ich lege mit Plattenspieler und Platten auf", erklärt er. "Mir kommt nichts anderes unter die Hand." Zu seinen Gigs gehört auch Scratching (die Platte bewegen, sodass im passenden Musikmoment ein Kratzgeräusch entsteht) oder Beatjuggling (ein klangliches Spiel mit zwei gleichen Platten). Zum ersten Mal legte Sick 1996 in der Alten Kaffeerösterei in der Spitzenstadt auf. Seitdem ist der 37-Jährige diesem Club treu geblieben.


Der Dienstleister

Mehr als Musik im Gepäck hat Moritz Gräßler (20) von Mo-Event. Der Tirpersdorfer bietet seinen Kunden auch passendes Licht und eine Foto-Box.

"Mir ist es wichtig, meine Kunden mit einem Rundum-Paket zu verwöhnen."


Der Tausendsassa

Der Ex-Reichenbacher Enrico Sörgel (31) ist Chef der Firma Triebton - die ist spezialisiert auf eigene Veranstaltungen und die Vermittlung von DJs.

"Wir wollen mit den Events speziell und exklusiv für unser Publikum sein."


Der schwarze Experte

Steffen Sick (37) alias DJ Sickboy weiß als Restaurantfachmann genau, wie man einen Abend durchkomponiert. Gern mit schwarzer Musik.

"Ich lege mit Plattenspieler und Platten auf. Mir kommt nichts anderes unter die Hand."


Das Urgestein

Disco Alpha nennt sich Gerd Schremmer (62). In Plauen und Umgebung legt er seit 46 Jahren auf. Ans Aufhören denkt der 62-Jährige nicht.

"Schlager, Oldie, Discofox - das ist meine liebste Richtung. Garniert mit aktuellen Sachen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...