Ein besonderes Tanzpaar

Bei der Preisübergabe verraten Daniel Pausch und Alina Klöden aus Auerbach, wie es nach dem zweiten Platz beim Vogtländer des Jahres mit ihrer Tanzkarriere weitergeht.

Auerbach.

Der zweite Platz beim Vogtländer-des-Jahres-Wettbewerb: Darüber haben sich Alina Klöden und Daniel Pausch "riesig gefreut". Jetzt steht der Pokal im Auerbacher Tanz-Studio 1-2-step, dort wo beide trainieren. Locker nimmt "Pauschi", wie Pausch von allen genannt wird, Alina beim Fototermin in die Tanzpose. Obwohl die 16-Jährige einen Kopf größer ist, lässt sich der 33-Jährige auch nach zehn Minuten Posieren nichts anmerken. Denn beim Tanzen ist Voraussetzung: Er muss sprichwörtlich die Hosen anhaben.

Alina Klöden und Daniel Pausch sind kein gewöhnliches Tanzpaar. Als die beiden Auerbacher im vergangenen Juni bei den Special Olympics in Österreich antraten, war das nicht nur wegen der erreichten Silbermedaille eine kleine Sensation, sondern auch wegen des Statements, was sie damit abgaben. Er - der Mann mit Down-Syndrom, der in einer Behindertenwerkstatt arbeitet; sie - die halb so alte Gymnasiastin. Sie werde schon manchmal komisch angeguckt, weil sie ausgerechnet mit einem Behinderten tanze, hatte Alina damals berichtet. Alina Klöden und Daniel Pausch tanzen also auch gegen Vorurteile an, was beim Voting für die Vogtländer des Jahres von "Freie Presse"- Lesern und einer Ehren-Jury entsprechend honoriert wurde.

Tanzen für Menschen mit und ohne Handicap - das ist ein Projekt von Jörg Dünnebier, dem Inhaber des Auerbacher Tanzstudios und Daniel Pauschs Stiefvater. Die Gymnasiastin hatte sich dabei engagiert und so "Pauschi" kennengelernt. Und während Tanzlehrer Dünnebier im März bei einem Tanzfestival in Rust (Baden-Württemberg) einen Workshop zu diesem Thema abhält, bereiten sich seine zwei Schützlinge auf den 11. Mai vor. Dann trifft sich die internationale Special-Tanz-Szene zu einem Turnier in Auerbach.

Die erneute Teilnahme bei den offiziellen Special Olympics in Österreich muss dieses Jahr allerdings ausfallen. "Daniel hat eine Verletzung am Fuß", sagt Jörg Dünnebier. Die müsse erst ausheilen. Der Tanzlehrer arbeitet daran, das österreichische Wettkampf-Format für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung nach Deutschland zu holen, da Tanzen in dieser Kategorie hierzulande noch nicht als Sport anerkannt sei. Vielleicht wird die Premiere dafür sogar in Auerbach stattfinden - mit den bekannten Lokalmatadoren.

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