Ein Bushäuschen für 3000 Euro? Die Coschützer machen's möglich

Nach jahrelangem Kampf für mehr Sicherheit für die Schulkinder haben Eltern den ambitionierten Bau bei der Stadt durchgesetzt und in Eigeninitiative verwirklicht. Mit dem Ergebnis sind alle zufrieden.

Coschütz.

In Coschütz gab es schon vor mehr als zehn Jahren Bestrebungen, auch die zweite, dem Kulturhaus gegenüberliegende Bushaltestelle zu überdachen. Ortschaftsrat und Eltern des Elsterberger Ortsteils haben dieses Anliegen seither mehrfach im Rathaus vorgebracht - aus Sorge um die bis zu 20 Kinder, die dort bei Wind und Wetter auf den Bus warten, der sie in Elsterbergs Schulen bringt. "Getan hat sich nichts. Aber jetzt ist es geschafft. Dank an alle, die mitgezogen haben", sagt Norman Belger, der mit Michael Schneider federführend beim Bau des in diesem Monat in Eigeninitiative errichteten und jetzt eingeweihten Bushäuschens war.

Mitgezogen an der Baustelle Friedensstraße hat ein harter Kern von etwa 20 Coschützern, denen es vor allem um mehr Sicherheit geht: Bei Regen oder Schnee, dann meist noch im Dunkeln, warteten die Schulkinder im versetzt auf der anderen Straßenseite stehenden Bushäuschen. "Wenn der Bus dann kam, ging die Rennerei los. Und das war nicht ungefährlich", erzählt Norman Belger, der das Thema seit vier Jahren beackert hat. "Doch die Stadt hat unsere Forderungen nie berücksichtigt." Argumentation der Stadt: Bei Regen und Schnee gibt's das Häuschen schräg gegenüber, zudem sei die Ortsdurchfahrt wenig frequentiert.

Außerdem, nennt Elsterbergs Hauptamtsleiterin Ute Trommer einen weiteren Punkt, fahre im Bus stets eine Begleitperson mit. Die Aufsicht an der Haltestelle sei also immer gewährleistet gewesen, sagt die Stadtmitarbeiterin mit Hinweis auf die Argumentationslinie unter Bürgermeister Volker Jenennchen. Nach der Übernahme der Amtsgeschäfte durch Sandro Bauroth 2015 hat offenbar ein Umdenken in der Sache eingesetzt. Doch geschenkt bekamen die Coschützer nichts.

Norman Belger sprach bei der Einweihung des Schmuckstücks von weiter "sehr viel Überzeugungsarbeit". Der Durchbruch in der Sache wurde beim Lichtelabend im vergangenen Jahr erreicht, als der Weihnachtsmann einen von den Kindern gestalteten Wunschzettel an den Bürgermeister übergab. Schließlich beteiligte sich die Stadt an dem ambitionierten Projekt mit einem Festzuschuss von 3000 Euro sowie Bauhofarbeiten am Fundament. 3000 Euro allerdings hätten nur für "eine Einkaufswagen-Überdachung" gereicht: "Doch wir wollten etwas Ordentliches, das auch baulich nach Coschütz passt."

Und so setzten Norman Belger und Michael Schneider alle Hebel in Bewegung, um mit Baumaterial und Bau im kalkulierten Rahmen bleiben zu können. Voraussetzung dafür war, das Holz günstig zu beschaffen - was über gute Beziehungen von Michael Schneider zu einem Rothenkirchener Anbieter als Grundvoraussetzung gelang -, weitere Materialspenden und eine große Portion Eigenleistung (unter Einsatz von nicht wenigen Urlaubstagen und ganzer Familien). Am Ende waren für alles - inklusive Dach, Dachrinne, Farbe und Beleuchtung - 2993,15 Euro ausgegeben.

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