Ein Kasten für den Kummer

Der Ortschaftsrat hat in Weißensand einen Briefkasten für Ideen und Kritik angebracht. Die Resonanz fiel bislang dünn aus.

Weißensand.

An der Anschlagtafel vor der Feuerwehr im Lengenfelder Ortsteil Weißensand hängt ein weißer Briefkasten. "Ideen- und Kummerkasten" steht darauf. Aufgestellt hat ihn der Ortschaftsrat.

"Die Idee dazu hatten Simone Hübschmann und ich", erzählt Brigitte Roth auf Anfrage. Der Ortschaftsrat stimmte zu. Das Anliegen: "Wir wollten den Leuten im Dorf die Möglichkeit geben, auch anonym Vorschläge und Beschwerden loszuwerden", so Roth. Hintenrum werde ja oft geschimpft. Die Kritik zu sammeln und dann etwas ändern, könnte den Ort voranbringen. Aber: "Wir hatten uns mehr davon versprochen. Dabei hängt der Kummerkasten jetzt bestimmt schon zwei Jahre." Zweimal habe es auf diesem Wege Anregungen und Kritik gegeben. Sonst sei nur Werbung im Kasten gewesen. Die Kopie eines der Briefe liegt "Freie Presse" vor. Dem Schreiber ging es um ein sauberes und gepflegtes Dorfbild. Neuer Asphalt auf dem und Hundekotbeutel am Radweg in Weißensand, gepflegte Seitengräben, die Beseitigung von Brachen, die Wiederbelebung der Maibaumtradition oder die Sanierung des Trafo wurden angeregt. Und der Teich am Bürgerhaus sollte nicht mehr als Kloake dienen. "Wir haben das als Ortschaftsrat alles an die Stadtverwaltung Lengenfeld weitergeleitet und wir kümmern uns, damit sich etwas tut", erklärt Brigitte Roth. Auch wenn das mitunter zäh ist. Beim Teich sei der Ortschaftsrat seit Jahren hinterher. "Wir wollen, dass er zugeschüttet wird. Da sind ja nur noch Schlamm und Matsch."

Zu tun und zu machen, ist Brigitte Roth gewohnt. Mit ihren 70 Jahren macht sie im Sportlerheim sauber, wäscht die Dressen der Fußballer und steht auch in der Bude am Sportplatz. "Ich mache das gern und weiß, ich werde gebraucht. Alles ehrenamtlich", sagt sie. Auch ihr geht manches nicht schnell genug. Zum Beispiel, wenn die Bretterbude am Sportplatz, auf die im Frühjahr ein Baum gestürzt war, erneuert werden soll. Jüngst, zur Konstituierung des neues Ortschaftsrates im kombinierten Bürger-, Feuerwehr- und Sportler-Haus, ließ sie Bürgermeister Volker Bachmann nicht eher ziehen, bis er sich die kleine Küche mit ihrer veralteten Einrichtung selbst angeschaut hatte. Jetzt soll sie aufschreiben, was gebraucht wird.

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