Ein Magnet für Pflegeberufe

Das BSW in Reichenbach lockt junge Menschen von weither an. Der Schulleiter meint: Was fehlt, ist ein eigenes Internat.

Reichenbach.

Die Ausbildungs- und Studienmesse in Zwickau hat sich als positiver Faktor für den Tag der offenen Tür am Samstag im Bildungszentrum für Soziales, Gesundheit und Wirtschaft (BSW) in Reichenbach erwiesen. "Wir dachten erst, das könnte Konkurrenz sein, aber das Gegenteil ist der Fall. Viele Auswärtige kommen zu uns und fahren anschließend nach Zwickau, wo sie nach der Messe auch noch bummeln und einkaufen können", sagte Schulleiter Sascha Reinecke am Samstagvormittag.

In der früheren Altstadtschule, die dem BSW seit 2003 Heimat ist, herrschte ab 10 Uhr ein buntes Gewimmel bei trotzdem entspannter Atmosphäre. Über mehrere Etagen verteilten sich die Besucher in den Ausbildungsräumen für Pflege- und Therapieberufe. Zusätzlich dazu hatten die Partner der Berufsfachschule Gelegenheit, sich mit eigenen Ständen vorzustellen.

"Unsere Gesundheits- und Krankenpfleger werden hier seit zwei Jahren ausgebildet. Die Azubis sind sehr zufrieden. Reichenbach ist außerdem gut erreichbar", erklärte Heike Wassermeyer-Laubenthal vom sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Rodewisch. Sie erläuterte die Anforderungen an Bewerbungen sowie die Möglichkeiten für Praktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) - und sie gab Auskunft zum Inhalt des Bewerbungsgespräches. Jedes Jahr werden vom Fachkrankenhaus fünf Gesundheits- und Krankenpfleger in Zusammenarbeit mit dem BSW ausgebildet, das sich als größter Ausbilder für Pflegeberufe im Vogtlandkreis sieht.

Bei den angehenden Physiotherapeuten waren am Samstag die Massageliegen ständig besetzt. "Dafür haben alle Bedarf. Wir haben heute aber auch einige Bewerbungsmappen bekommen, auch von mehreren Herren, was uns besonders freut", sagte Fachkonferenzleiterin Kornelia Knüpfer. Die Bewerber kommen aus ganz Deutschland und gehören auch verschiedenen Nationen an.

Den Engpass an Ausbildungswilligen in Therapieberufen hat die Schule längst überwunden. "Die Klassen sind gut gefüllt. Etwa 50 Prozent der Auszubildenden kommen von auswärts, der Rest aus dem Tagespendelbereich", verriet der Schulleiter. Sascha Reineckes Traum ist ein eigenes Internat, möglichst im ehemaligen Archidiakonat und damit gleich in Schulnähe. Das würde eine andere Verbindung von Schule und außerschulischem Bereich ermöglichen.

Zu den Azubis von auswärts gehören Lena Kolk aus Waldsassen/Oberpfalz, Johanna Stroh aus Ribnitz-Damgarten und Vanessa Tyrner aus Rochlitz. Sie sind im ersten Jahr der Ausbildung zur Logopädin. "Ich habe mich für Reichenbach entschieden, weil hier kein Schulgeld fällig ist", erklärte Johanna Stroh. Eine Wohnung habe sie zügig und ohne Probleme erhalten. Lena Kolk wurde von ihrer Mutter auf den Beruf gebracht. Sie findet Sprache sehr wichtig. Alle drei gaben Auskunft zu ihrem Fach. Dass sie nach Reichenbach gekommen sind, haben sie nicht bereut, auch wenn hier nach der Schule nur das Fitnessstudio oder Treffen mit Freunden im Programm stehen.

Die jungen Damen konnten Christina Vitzthum aus Weiden beraten. "Ich lerne Kinderpflegerin, aber Logopädin würde mir gefallen, weil man sich hier gezielt auf eine Person konzentrieren kann. Hier habe ich viele nette Lehrer getroffen", sagte sie.

Das BSW widmet sich auch brandaktuellen Themen wie der pädagogischen und psychologischen Weiterbildung von Quereinsteigern im Bildungssystem. Bei Bedarf gab es dazu Auskünfte. Die Fortbildung lief am Samstag ebenfalls im Haus.

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