Ein Stück näher am Pöhler Ferienpark dran

Gemeinde beschließt Durchführungsvertrag als Voraussetzung für das Projekt - Finanzierung noch unklar

Pöhl.

Die Ferienanlage "Seepark Helmsgrüner Bucht", die der Talsperren-Zweckverband seit Jahren auf der Pöhler Schlosshalbinsel plant, ist ihrer Entstehung nach einigen Pleiten, Pech und Pannen einen Schritt näher. In Sack und Tüten ist sie deshalb aber nicht.

Der Gemeinderat in Pöhl hat nun einen sogenannten Durchführungsvertrag mit dem Verband mehrheitlich durchgewinkt. Ohne den geht nichts weiter. Darin sei geregelt, erklärte Bauamtsleiterin Silke Unger, wann, wie und mit welchem Geld der Verband das Urlaubs-Domizil stemmen will. Der Vertrag ist auch nötig, damit der Verband Fördergeld beantragen kann. Und damit er Baurecht bekommt, um das Gelände zu erschließen, bevor dort Hütten mit Platz für 80 Gäste, Tennisplatz und Swimmingpool errichtet werden können.

Der Zweckverband ist der Vorhabensträger für das Ganze - die Gemeinde Pöhl aber hat die Planungshoheit. Das heißt im Grunde: Wenn sie sich nicht einig sind, stockt das Projekt.

Zuletzt hatte es allerdings keinen Zwist mit der Gemeinde gegeben, sondern mit einem Eigentümer, dessen Bäume der Zweckverband im Herbst auf der Schlosshalbinsel hatte fällen lassen. Der Besitzer konterte mit einer Strafanzeige. Die ist nun vom Tisch. Der Verband kaufte das gerodete Areal. Geschäftsführerin Mariechen Bang musste eine Geldauflage löhnen. Den Schaden habe die Versicherung des Verbands gezahlt, so Bang. Falsche Grundstücksmarkierungen seien schuld gewesen an dem Versehen.

Im Frühjahr hatte der Zweckverband Pachtverträge mit fünf Eigentümern des Areals unter Dach und Fach gebracht. Allerdings, so Pöhls Bürgermeisterin Daniela-Hommel-Kreißl (FDP), habe er auch ohne Stimme der Gemeinde einen Durchführungsvertrag beschlossen. Mit dieser Version konnte Pöhl aber nicht leben - und ergänzte den Vertrag. Im Einzelnen gehe es dabei um die Beschreibung des Vorhabens, um die Erschließung des Areals und um Ausgleichsmaßnahmen, erläuterte Unger. Hommel-Kreißl sah keinen Grund, warum der Zweckverband der überarbeiteten Vereinbarung nicht zustimmen sollte.

Gegenwind gab es von Bürgervertreter Heiko Lang (Verein zum Erhalt des "Naturraumes Talsperre Pöhl"). Er kritisierte, dass "die Person, die den Zweckverband nach außen vertritt", nicht vertrauensvoll sei. Es herrsche zu viel Unklarheit über verplante Flächen. Außerdem hätte es ein Ausgliederungsverfahren um eine Teilfläche aus dem Landschaftsschutzplan geben müssen, so Lang.

Was der Gemeinde nach wie vor fehlt, ist ein Finanzierungsplan des Zweckverbands, bemängelte die Bürgermeisterin. Ob der Verband am Dienstag bei seiner Versammlung im Gegenzug über die neue Pöhler Vertragsversion beschließt, geht aus der Tagesordnung nicht hervor. (em)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...