Ein Werk von Bürgern für Bürger

Der Heimatkalender 2020 für Reichenbach und Umgebung vereint Geschichte und Geschichten. Berichtet wird vom Kriegsende 1945 ebenso wie vom Automobilbau in Mylau.

Reichenbach.

Verbunden mit Darbietungen des Männerchores "Liederkranz" Rotschau, der seit 150 Jahren besteht, ist am Dienstagabend im gut besuchten Alten Wasserwerk im Park der Generationen der Heimatkalender 2020 für Reichenbach und Umgebung vorgestellt worden.

Wolfgang Viebahn, Leiter des Redaktionskollektivs, verwies in seinem Vortrag darauf, dass der dritte Jahrgang mit 168 Seiten noch umfangreicher als im Vorjahr ist. In einer Auflage von 1500 Stück erschienen, verstehe er sich als "Gemeinschaftswerk von Bürgern für Bürger". Für 2021 habe man schon die Hälfte des Materials zusammen. Der Heimatkalender wird von fünf Vereinen herausgegeben: Aqua et Natura Reichenbach, Gewerbeverein Reichenbach, Kulturbund Lengenfeld, Landesverein Sächsischer Heimatschutz und Neuberin-Gesellschaft. Er vereint in sich Heimatgeschichte, Naturkunde, Mundart, Erlebtes, Gereimtes und Humorvolles.

Zwei zentrale Themen prägen den Kalender für 2020: Zum einen widmet sich ein Sammelbeitrag von sieben Autoren dem Ende des Zweiten Weltkrieges in und um Reichenbach. Dazu, so Viehbahn, sei im nächsten Jahr auch ein Buch geplant. Zum anderen ein Artikel zum Jahr der Industriekultur in Sachsen, der erhellt, wie die Industrialisierung im 19. Jahrhundert das Leben im nördlichen Vogtland veränderte.

Der Leser erfährt Frappierendes über den fast vergessenen Automobilbau im Cyklon-Werk in Mylau, über ein seltenes Fundstück beim Reichenbacher Oldtimer-Teilmarkt oder über den jüngsten Kriegsgefangenen der Amerikaner 1945 in Irfersgrün. Weitere Beiträge befassen sich mit dem Konstrukteur der Göltzschtalbrücke, der Tuchfabrik Moritz Weidenmüller in Lengenfeld, den Netzschkauer Neubauernhöfen, dem Rittergut Reuth, dem Vorwerk Oberneumark, mit 65 Jahren Kulturhaus Irfersgrün, 100 Jahren Badespaß in Neumark sowie den Jubiläen der Neumarker Schulen. Zehn Jahre Förderverein Parkanlagen Reichenbach und 55 Jahre Modelleisenbahnclub Netzschkau werden ebenso beleuchtet wie die Historie des Reichenbacher Gewerbevereins. Es gibt Neues über die Neuberin und Sagen aus Schönbach. Reflektiert wird die Geschichte der jüdischen Familie Beutler aus Reichenbach. Die Mylauer Ehrenbürger Adolf Förster, Josef Wetzl und Gotthold Lange werden vorgestellt sowie der 80. Geburtstag von Professor Siegfried Kluge aus Neumark und der 100. Geburtstag des Bahnbetriebswerk-Vorstehers Heinz Hardtke gewürdigt. Zu erfahren ist Interessantes über die gefiederten Wintergäste aus dem Norden. Im Kalendarium werden zudem Gewerbebetriebe der Region vorgestellt.

Der Heimatkalender 2020 für Reichenbach und Umgebung kann, so hieß es, zum Preis von 5 Euro unter anderem im örtlichen Buchhandel, im Neuberin-Museum Reichenbach und in der "Scheune" in Oberreichenbach erworben werden.

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