Elektrosmog: Wissensdurst noch nicht gelöscht

Vierstündiges Forum der Umweltorganisation BUND im Reichenbacher Ratssaal

Reichenbach. Zum Thema Elektrosmog gibt es offenbar großen Informationsbedarf. Das zeigte ein vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veranstaltetes Forum am Dienstagabend im gut gefüllten Reichenbacher Ratssaal, das nach vier Stunden endete und noch viele Fragen unbeantwortet ließ.

"Was kann man tun gegen Elektrosmog?" fragte Stefan Spaarmann, Physiker aus Taucha, das Publikum. Stillschweigen. "Alleine nichts", beantwortete er seine Frage selbst. Der Experte stellte Möglichkeiten vor, sich gegen Hochfrequenzstrahlung zu schützen. Zuvor schilderte der Karlsruher Physiker Volker Schorpp "Die Störung und Zerstörung des Lebens durch technische elektromagnetische Wellen und Felder". Es gebe vielfältige Auswirkungen auf Pflanze, Tier und Mensch.

Cornelia Waldmann-Selsam von der Ärzteinitiative Bamberger Appell stellte das Mikrowellensyndroms sowie dessen Symptomatik, Diagnostik und Therapie anhand von zahlreichen Beispielen vor.

Im Anschluss an die Vorträge beantworteten die Experten die Fragen des Publikums. Zirka 150 Gäste kamen - auch von weither. Erika Ranze aus Chemnitz gehört der Bürgerinitiative "Kein Handy im Wohngebiet" an. Sie fragte Stefan Spaarmann, wie die Bürgerinitiativen ein Netzwerk bilden können. Denn: "Allein kann man nicht viel ausrichten." Eine konkrete Antwort konnte ihr der Fachmann nicht geben. Er empfahl die Internetseite des BUND Sachsen. Nach der vierstündigen Veranstaltung war sie so klug wie zuvor. "Ich kenne die Initiativen, die sich mit der Problematik beschäftigen aus dem Internet. Trotzdem kommen wir dort nicht zusammen", sagte sie.

Mangelnde Aufklärung beklagte Nico Schmidt aus Chemnitz. "Warum gibt es nicht mehr solcher Vorträge wie heute?" fragte er. "Wir gehen dorthin, wo wir eingeladen werden", antwortete Schorpp. Netzsch-kaus Bürgermeister Werner Müller (SPD) wollte wissen, welche Handhabe eine Kommune hat, um Funkmasten auf privaten Häusern zu verhindern. "Vorsorgliche Planung ist die Lösung", antwortete Schorpp.

Ein Team von Stern-TV filmte am Mittwoch in Reichenbach-Friesen. Die Fernseh-Journalisten gehen der Frage nach: Was hilft gegen Handy-Strahlung? Fündig wurden sie bei der an Elektrosensibilität leidenden Barbara Meckel, die sich zunächst umfassend informiert hatte, ehe sie mit Messgeräten die strahlungsintensivsten Stellen erkundete. Ihr Rezept: Erst wurden unnötige Strahlungsquellen im Haus wie das schnurlose Telefon beseitigt, dann folgte als aktive Schutzmaßnahme ein abschirmender Spezialanstrich im Schlafraum. Am wichtigsten sei jedoch, die Mobilfunkanlagen einzudämmen. (mit ur)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...