Elsterradweg: Kreis weicht aus

Die Grüne Liga will im Januar mit dem Landkreis reden, wie es weitergeht. Für den Weg durch die Elsteraue zwischen Adorf und Mühlhausen seien aber die Messen gelesen, sagt Sachsen-Chef Tobias Mehnert: "Das Ding kommt raus."

Mühlhausen.

Hohe Wellen schlägt der von Sachsens obersten Verwaltungsrichtern erwartete Rückbau des Elsterradweges in den Wiesen zwischen Adorf und Mühlhausen - dabei soll längst eine andere Wegführung als Vorzugsvariante im Gespräch sein. Nach Informationen von "Freie Presse" will der Landkreis direkt an die Bundesstraße 92 zwischen Autohaus und Ortseingang Adorf ausweichen. Diese Variante steht demnach in der Umweltverträglichkeitsprüfung, die Teil des bis heute nicht beendeten Planfeststellungsverfahrens für den besagten Abschnitt ist.

Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte am 27. November entschieden, dass die Nutzung des 2013 vom Landkreis illegal errichteten Radwegs für alle Fahrzeugarten gesperrt werden muss. "Wir gehen davon aus, dass das Teilstück zurückgebaut werden muss", hatte eine Sprecherin erklärt.

Während die vor Gericht in Sachen Radweg zum wiederholten Mal unterlegene vogtländische Kreisbehörde bisher schweigt, äußert sich dazu jedoch der Kläger, Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen. Er habe diese Woche ein Gespräch mit Lars Beck, dem Dezernenten in der Kreisverwaltung, für Januar vereinbart. Mehnert sagte: "Wir triumphieren jetzt nicht. Man kann mit uns reden - über den Umfang des Rückbaus." Dass es noch die Chance für einen Vermittler gebe, sieht Mehnert nicht. Seit fünf Jahren hätte es Gespräche zu Alternativen geben können, sagt er - doch der Kreis sei durch die Instanzen gegangen und habe nicht gewollt. Nun, da Sachsens oberste Verwaltungsrichter nicht nur die Sperrung, sondern auch das Wort Rückbau in den Mund nehmen, werde die Grüne Liga dahinter nicht zurückgehen. "Es ist endgültig", sagt Mehnert noch. Für den Rückbau hält er ein, zwei Jahre Zeit für in Ordnung. Fest steht für ihn aber: "Das Ding kommt raus." Der Sachsen-Chef der Grünen Liga regt zudem noch an, die jetzige Radwegfläche dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen, die Oberfläche abzufräsen und dann zu renaturieren.

Mehnert wendete ein: "Es stimmt nicht, dass ich geklagt habe, weil ich beleidigt bin. Diese Gebiete sind das Tafelsilber des Naturschutzes, das in die europäische Einigung eingebracht wurde. Dafür lohnt es sich zu kämpfen."

Viele Vogtländer beschäftigt die Frage, wer die Kosten für das Problem mit dem Radweg-Abschnitt trägt. "Ich rege an, dass die Parteien, die im Kreistag dafür gestimmt haben, dass er hier so gebaut wurde, das zahlen - nicht der Steuerzahler. Das Volk kann nix dafür", sagt Mehnert. Dass er selbst unter Naturschützern durch sein Handeln umstritten ist, weiß er. "In der Region haben einige versagt. Da muss halt ein auswärtiger Verband kommen."

Das Landratsamt in Plauen will sich zur Zukunft des Elsterradweges zwischen Mühlhausen und Adorf erst dann äußern, wenn die Begründung der Bautzener Richter schriftlich im Amt vorliegt. Bisher steht diese schriftliche Begründung noch aus, sagte ein Sprecher auf eine Anfrage. "Freie Presse" hatte zuvor um eine Stellungnahme des Landrates gebeten - auch zu den Kosten, die bisher dem Steuerzahler für den gebauten Radweg und durch die geführten Gerichtsverfahren entstanden sind.

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