Eltern: Die Weinhold ist top

Die Reichenbacher Oberschule hat immer wieder mit niedrigen Anmeldezahlen zu kämpfen. Die Eltern der alten 10 a sehen keinen Grund dafür.

Reichenbach.

2001 lagen an der Weinhold-Mittelschule 75 Anmeldungen für die Klasse fünf vor - da gab es die später geschlossenen Dittes- und Dathe-Mittelschulen noch. 2007 waren es 26. Dieses Jahr wurde die für die Zweizügigkeit notwendige Anzahl von 40 Schülern erst im Nachgang erreicht. "Wir können uns das nicht erklären, die Weinhold ist saniert und auch von der Ausstattung her eine top Schule. Das muss mal von denen gesagt werden, die hier ihre Kinder hatten", sagt Annett Henkel im Namen weiterer Eltern von Schülern der Klasse 10 a, die ihre Schule jüngst mit top Ergebnissen verlassen haben.

An den Leistungen der Schüler, da sind sich die Elternvertreter einig, liegt es nicht. Kürzlich gehörten zu den 106 vom Kultusminister ausgezeichneten Oberschul-Absolventen neben Schülern aus Lengenfeld und Neumark eben auch Schüler aus der Weinhold - die zudem immer wieder Schüler hervorbringt, die Herausragendes in einzelnen Fächern leisten. Allein zehn Schüler der alten 10 a nehmen jetzt ihr Abi in Angriff. Der Hauptschul-Bildungsgang der Einrichtung kann sich ebenfalls sehen lassen. So hatte die Handwerkskammer Chemnitz zuletzt auch Schüler aus der Weinhold-Oberschule geehrt.

"Die Schule ist auch besser als ihr Ruf, wenn es um andere Dinge geht - ob das nun außerschulische Aktivitäten sind oder pädagogische Fragen", sagt Nicole Jacob, die nach ihrer gerade aus der Schule gekommenen Tochter jetzt ihren Sohn in der fünften Klasse hat. "Die Schüler waren immer gut in der Schule aufgehoben. Die Lehrer haben sich über das übliche Maß hinaus für ihre Schüler eingesetzt. Das war auch eine super Klassengemeinschaft." Katja Stingel, die stellvertretende Elternsprecherin: "An dieser Schule engagieren sich viele Lehrer über den Stoff hinaus, nehmen die Kinder an die Hand und bereiten sie nicht nur auf den Beruf, sondern aufs Leben vor. Zudem hatten wir in der Kontaktlehrerin immer eine einfühlsame Ansprechpartnerin, die außerdem noch stellvertretend als top Pädagogin zu nennen ist."

Über die Anmeldezahlen-Gründe können die Eltern ebenso nur mutmaßen wie Stadträte im März während einer Ausschusssitzung. Angesichts der Abwanderungen aus den drei städtischen Grundschulen nach Neumark, Netzschkau und Lengenfeld wurde damals ein bereits vor Jahren diskutiertes Konzept für die Weinhold-Oberschule angemahnt. Tenor war, man müsse "da tiefer reinschauen", wie es OB Raphael Kürzinger (CDU) ausdrückte.

Die Elternvertreter begrüßen solche Vorhaben und wünschen sich ihre Umsetzung. "Fakt ist jedenfalls, wir tun, was wir können. Die Schule ist viel besser als ihr Ruf, das werden wir weitertragen", kündigte Annett Henkel mögliche neue Werbe-Offensiven an. Auch die Fünftklässler dürften da ganz aufgeschlossen sein. Gestern war die neue Weinhold-Generation mit GPS-Geräten ausgerüstet auf einer Erkundungstour in der Stadt unterwegs, unter anderem in den Jugendclubs und beim OB. Schulleiterin Iris Grundmann: "Das war eine gute Gelegenheit für Schüler und Lehrer, sich schnell besser kennenzulernen." Solche öffentlichkeitswirksamen und schulische Arbeit transparent machenden Aktionen soll es künftig öfter geben.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...