Erneut Dissonanzen ums Mühlteich-Open-Air

Ein Anwohner fühlt sich wegen seiner anhaltenden Festival-Kritik bedroht. Der Veranstalter weist die Vorwürfe von sich, die Gemeinde will das Thema am Ratstisch erörtern.

Hauptmannsgrün.

Der seit Jahren schwelende Konflikt um Konzerte am Hauptmannsgrüner Mühlteich spitzt sich offenbar zu: Ein Anwohner, der immer wieder von nicht hinnehmbarem Lärm und Umweltzerstörung spricht, erweiterte nach dem jüngsten Open Air der Chronical Moshers seine Kritik. Im Gemeinderat sagte der Mann, mittlerweile fürchteten er und seine Partnerin um ihre Sicherheit. "Es gibt Gewalt gegen uns, wie werden wir davor geschützt?", sagte der Hauptmannsgrüner und sprach die Beschädigung seines Hauses bei einer Attacke von zwei nicht identifizierten Personen in einer Januarnacht an - wie die Staatsanwaltschaft Plauen bestätigt, liegt der Fall dort derzeit zur Bearbeitung.

Diesen Vorfall, bei dem zwei metallene Zaunpfähle und Bierflaschen an Tür und Fenster geworfen worden waren, sieht der Mann als Folge seiner anhaltenden Kritik speziell am Open Air der Moshers. "Die sind sauer auf mich und wollen mich einschüchtern. Aber ich habe das Recht, Dinge zu kritisieren, die mir nicht gefallen", sagte der Anwohner auf Nachfrage der "Freien Presse" und stellte Bezüge zum Musikprogramm des Open Airs her. Demnach seien Auftritte bestimmter Bands geeignet, Hemmschwellen sinken zu lassen und Straftaten zu begünstigen. "Da gibt es eine Band, das geht in Richtung Gewaltverherrlichung", sagte der Anwohner, der den Gemeinderäten Blätter mit Textbeispielen in die Hand gedrückt hatte.


Auf diesen neuerlichen Vorstoß in der Bürgerfragestunde hin regte Gemeinderat Torsten Hofmann an, das Thema in einer Sitzung des Gremiums zu behandeln und dazu den Vorstand des Metal-Vereins einzuladen. Ein Vorschlag, dem Bürgermeisterin Marion Dick zustimmte. "Wir werden an diesem Tisch dazu beraten." Den nächtlichen Vorfall bezeichnete sie "als Auswuchs", für den jedoch niemand verantwortlich gemacht werden könne. "Idioten gibt es leider überall."

Der Heavy-Metal-Verein weist indes die allgemeinen wie speziellen Vorwürfe von sich. "Da fühlen wir uns überhaupt nicht angesprochen, es gibt überhaupt keinen Bezug zu uns", sagt Vereinschef Michael Burkhardt bezüglich der nächtlichen Attacke. Diesen Bezug herzustellen, sei mehr als unseriös und entbehre jeder Grundlage. Das treffe auch auf die Vermutung zu, Lieder und Liedtexte würden die Hemmschwelle senken und Straftaten wie die im Januar begünstigen. "Was bei uns läuft, das ist künstlerische Freiheit." Überdies pflegt der Verein seit Jahren ein gutes Verhältnis zur Gemeinde, deren Einwohnerschaft und Firmen, die zum Beispiel beim Open-Air-Catering zum Einsatz kommen. "Wir werden in der Gemeinde stets sehr wohlwollend behandelt, dafür sage wir Danke."

Der Kritiker des Metal-Festivals wie auch des Labore-Festivals am Mühlteich lässt indes nicht locker. "Ich erwäge, mir Rechtsbeistand zu holen", sagte der Mann. Diese Veranstaltungen dürften nicht mehr am Mühlteich stattfinden. Generell haber er nichts gegen die Festivals. Nur sei ein Naherholungsgebiet mit Nähe zu Wohnhäusern nicht der geeignete Ort dafür.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...