Erneuter Brand bei Müllentsorgung Glitzner: Zwei Mitarbeiter verletzt

Am Mittwochabend stand Siedlungsmüll in einer Halle in Flammen. Die Rauchwolken zogen über die A 72 Richtung Treuen.

Schneidenbach.

Bei dem Brand in der kreiseigenen Müllfirma Glitzner Entsorgung im Reichenbacher Ortsteil Schneidenbach am Mittwochabend sind zwei Personen verletzt worden, ein Kamerad der Feuerwehr wurde medizinisch behandelt. Das teilte die Polizei am Donnerstagmorgen mit. Demnach kamen zwei Mitarbeiter im Alter von 35 und 55 Jahren mit Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Ein 33-jähriger Kamerad der Feuerwehr musste wegen Erschöpfungserscheinungen ambulant behandelt werden. Die Ursache für das Feuer, das am Mittwochabend in der Entsorgungsfirma ausgebrochen war, ist noch nicht bekannt. Ein Brandursachenermittler habe seine Arbeit aufgenommen, teilt die Polizei mit. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

Kurz nach 18 Uhr aren am Mittwoch Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert worden. Alle Reichenbacher Feuerwachen, außer Mylau und Obermylau, waren im Einsatz, erklärte Stadtwehrleiter Thomas Weck.


Gebrannt hat in einer Halle gelagerter Siedlungsmüll, verbunden mit einer immensen Rauchentwicklung. Die Feuerwehr nahm mit Atemschutz die Brandbekämpfung auf. Gegen 19.05 Uhr schien der Brand gelöscht, es wurde begonnen, das betroffene Material mit einem Radlader aus der Halle zu holen und in Containern abzufahren. Kurz vor 20 Uhr flammte das Feuer kurz wieder auf. Da zunächst nicht bekannt war, inwieweit sich Giftstoffe im Qualm befanden, wurden die Bewohner von Reichenbach, Lengenfeld und Treuen via Radio, Internet und Warn-App Nina aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Betriebsleiter und ein weiterer Mitarbeiter der Firma wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Landrat Rolf Keil (CDU) erklärte am späteren Abend, dass die Brandermittler von Selbstentzündung als Brandursache ausgehen.

Erst am 10. September 2018 war bei Glitzner eine Produktionshalle für Ersatzbrennstoffe abgebrannt. Seit 2007 gab es vier Großbrände im Objekt. Die Nachricht vom erneuten Brand verbreitete sich auf Facebook wie ein Lauffeuer und lockte zahlreiche Schaulustige an.

Der Reichenbacher Landtagsabgeordnete Stephan Hösl (CDU) erklärte: "Ob Restmüll oder Siedlungsabfälle brennen, ist den Bürgern egal. Es stellt sich ganz klar die Standortfrage." Stadtrat Thomas Höllrich (Linke) meinte: "Das ist das Ende von Glitzner." Schneidenbachs Ortsvorsteher Jens Groschopf kündigte an, er wolle am Donnerstag Antworten vom Landrat fordern. (mit fp)

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