Erste Bücherzelle öffnet in Brunn

Reichenbach hat mit dem Aufstellen umgestalteter Telefonzellen in den Ortsteilen begonnen. Für die Brunner Mini-Bücherei wird ein Pate gesucht.

Einräumen der am Brunner Gemeindeamt stehenden Bücherzelle: Bibliothekarin Alexandra Müller, OB Raphael Kürzinger (Mitte) und der Brunner Ex-Stadtrat Wolfgang Künzel gestern in Aktion.

Für Sie berichtet: Gerd Möckel

Nach etwa 15 Jahren verfügt Brunn wieder über eine Telefonzelle. Wer will, kann sogar mit seinem Handy darin telefonieren, scherzte Reichenbachs OB Raphael Kürzinger (CDU) gestern bei einem Pressetermin in dem Ortsteil. "Allerdings muss er den Platz räumen, wenn jemand zur Ausleihe kommt. Und ich denke, dieses Angebot wird gut angenommen", sagte der Stadtchef und erhielt prompt Bestätigung. "Finde ich gut, die Idee hier", sagte ein vorüberradelnder Brunner und meinte damit die erste in Regie der Stadt zur Mini-Bücherei umgestaltete Telefonzelle. Standort: am Gemeindeamt unmittelbar neben der Bushaltestelle. Dort hatte einst auch das mit dem Aufkommen der Mobiltelefonie überflüssig werdende Telekomhäuschen gestanden.

Brunn ist der erste der fünf Ortsteile, der mit einer der im Trend liegenden Bücherzellen ausgestattet worden ist. Von der Telekom gekaufte, im Bauhof mit Regalen versehene und in den städtischen Jugendclubs farblich gestaltete Zellen werden auch in Friesen, Rotschau, Schneidenbach und Obermylau aufgestellt. "Das passiert in den nächsten Wochen", sagte der OB und erklärte den Ansatz der Aktion: "Wir machen dieses Angebot bewusst in den Ortsteilen, in Reichenbach und Mylau gibt es ja Bibliotheken."

Die neue Mini-Bibliothek in Brunn ist mit 290 Büchern aus ausgesonderten Beständen der Jürgen-Fuchs-Bibliothek und mit gespendeten Büchern ausgestattet worden. Platz bietet die Zelle für weit mehr Bücher, die allen möglichen Genres zugeordnet sein können. In etwa einem Jahr - das ist die Erfahrung von Bücherzellen-Pionierin Petra Steps in Lambzig - dürfte der Bestand runderneuert sein. Und zwar nach diesem Nutzerprinzip: ein Buch entnehmen und eins hinterlassen.

Die Reichenbacher Bibliothek kontrolliert regelmäßig den Bestand - auch im Hinblick auf Schriften, die dort nichts zu suchen haben. Bibliothekarin Alexandra Müller: "Wir suchen für die Bücherzelle nach einem Paten, der regelmäßig nach dem Rechten sieht. Interessenten können sich bei uns melden."

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