Fahrradstraße zusätzlich frei für Kraftfahrer

Begriffsdefinition hilft in hitziger Debatte zu Straßen-Umwidmung

Netzschkau.

Seitdem für eine Radwegeverbindung zwischen der Göltzschtalbrücke und der Stadt Greiz die Umwidmung der Staatsstraße S 295 zur Fahrradstraße als Variante in die Debatte geworfen wurde, schlagen die Wogen hoch.

Das schaffe nicht nur Probleme für die an der Straße anliegenden Unternehmen. Auch viele Pendler müssten Umwege in Kauf nehmen, wird kritisiert. Andere sehen Initiativen für den Tourismus an der Göltzschtalbrücke ausgebremst. Anrainer seien nicht informiert. Dennoch wollen die Bürgermeister der Städte Greiz, Reichenbach, Netzschkau und Elsterberg den Vorschlag prüfen, ergänzen aber in ihrer Pressemitteilung: "Selbstverständlich ist für die Anlieger, sowohl Gewerbe und Privatpersonen, eine verkehrsrechtliche Regelung zu schaffen."

Eine Fahrradstraße ist baulich und verkehrsrechtlich anders geregelt als ein Radweg. Seit 1997 gibt es in der Straßenverkehrsordnung das Zeichen Nummer 244. Das quadratische Schild mit weißem Grund zeigt das blaue Schild für einen Radweg und den Schriftzug "Fahrradstraße". Der Reichenbacher Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) hat ein solches vorige Woche in der Partnerstadt Nordhorn entdeckt (siehe Foto). Das Zusatzschild sagt aus, dass auch Motorräder und Pkws die Straße nutzen dürfen. Als Zusatz ist auch "Anlieger frei" oder "Kfz-Verkehr frei" erlaubt. "Das wäre für die Göltzschtalstraße denkbar, um allen Anliegern gerecht zu werden", so der OB. Dabei gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für alle. Fahrradstraßen kommen allerdings nur in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies bald zu erwarten ist.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.