Ferienkinder waschen Gold und Edelsteine aus dem Göltzsch-Kies

Sven Kreher vom Goldmuseum Buchwald führte eine Gruppe des Jugendzentrums Treuen zum Waschplatz. Dabei sorgte einiges für Staunen.

Netzschkau.

Für die einen sind 400 Meter lang, für die anderen kurz. Genau diese Strecke müssen die Teilnehmer am Goldwaschkurs mit Sven Kreher zurücklegen, um vom Treffpunkt in Mylau an den Waschplatz in der Göltzsch zu gelangen.

Für Freitagnachmittag hatte sich das Jugendzentrum Treuen angemeldet, eine offene Jugendeinrichtung mit Ferienangeboten für Schüler. Das Goldwaschen wollten zwölf Teilnehmer der 2. bis 7. Klasse erleben. Sven Kreher, bekannt für das Goldmuseum im Limbacher Ortsteil Buchwald, bietet solche Kurse an, für Kinder, Laien oder auch für Profis. Er begrüßte die Kinder und nahm die notwendigen Utensilien für die Jagd nach dem Gold aus dem Kofferraum seines Autos. Die Teilnehmer stürzten sich auf Bottich, Waschpfannen und Schaufel, um beim Tragen zu helfen. Ihre Schuhe hatten sie schon vorher gegen Gummistiefel getauscht.


Als die 400 Meter zurückgelegt waren, begann Kreher mit seinen Erklärungen zu Gold und den Möglichkeiten des Findens. Bevor die Teilnehmer ihre Fragen loswerden konnten, stellte er selbst eine: "Wie viele von euch waren noch nie im Goldmuseum?" Betretenes Schweigen, obwohl sich das Museum nur wenige Kilometer von Treuen entfernt befindet. Keine einzige Hand ging hoch. Darüber wunderte sich der Mann, der seit über 20 Jahren im Vogtland nach Gold sucht und seit etwa acht Jahren mit Gruppen zum Goldwaschen in den Fluss darf.

Er fand den größten sächsischen Gold-Nugget. Als er den Ferienkindern davon erzählte, stellten die sich einen riesigen Goldklumpen vor und waren ziemlich enttäuscht, dass es nur 2,26 Gramm und ein winziges Teil sind. Außerdem interessierten sie sich mehr für den Wert in Euro als für Größe und Gewicht. Deshalb erklärte Sven Kreher, dass keiner mit einem riesigen Fund rechnen dürfe. Nur etwa jede dritte Pfanne enthalte Gold und das Göltzsch-Gold sehe anders aus, als es sich die meisten vorstellen. "Es sind gelbe kleine Plättchen mit 99 Prozent Goldanteil. Ich möchte auch noch einmal in jede Pfanne schauen, bevor wir den Kies wieder in die Göltzsch schütten", sagte er und machte auf hochwertige Edelsteine aufmerksam, die sich neben Gold finden lassen. "Diese Zirkone sind gelblich, weiß, rot oder bräunlich. Grüne und blaue gibt es in der Göltzsch nicht", stellte er klar. Teure Exemplare sind in der Schatzkammer der Bergakademie und auf Schloss Freudenstein in Freiberg zu sehen. "Wir fahren noch nach Freiberg", blickte Antje Staub voraus. Sie betreute die Gruppe des Jugendzentrums am Nachmittag.

"Wieso hat das Gold nur 99 Prozent", fragte einer der Jungen. "Es gibt fast nirgendwo 100 Prozent", meinte Sven Kreher. "Ich heiße zu 100 Prozent Jason", konterte der Fragesteller und machte den Goldsucher für einen Moment sprachlos.

Nach dem Frage-Antwort-Spiel kam der spannende Teil des Nachmittags. Die Teilnehmer kletterten über Steine auf die andere Seite des Ufers. Der Goldsucher nahm die Schaufel und füllte Göltzsch-Kies in einen großen Bottich, von wo er auf die Waschpfannen verteilt wurde. Es dauerte nicht lange und die ersten Goldplättchen wurden sichtbar. Das Goldmuseum blieb als Tipp für weitere Aktivitäten.

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