Festlicher Abschied von der Kindheit

155 Jungen und Mädchen sind in Reichenbach mit der Jugendweihe in die Welt der Erwachsenen getreten. Über das Davor und das Danach sinnierten die Festredner.

Reichenbach.

Seit Samstag wollen die 155 Mädchen und Jungen, die sich zur Jugendweihe im Neuberinhaus versammelten, nicht mehr als Kinder angesehen werden. Mit einer Feierstunde und einem Familienfest nahmen sie symbolisch Abschied von Kuscheltieren und Klettergerüst. Auch den Satz "Dafür bist du noch zu klein", wollen sie in Zukunft nicht mehr hören.

In schicken Kleidern und dunklen Anzügen standen die meist 14-Jährigen auf der Bühne, um eine Urkunde und ein Buch in Empfang zu nehmen. Lange Vorbereitungen in den Familien und beim Sächsischen Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe gingen diesem Tag voraus. OB Raphael Kürzinger (CDU) hielt eine Ansprache, Musik spielte, unentwegt liefen Videokameras, klickten Fotoapparate und Handys. Die Mädchen hatten vornehmlich farbenfrohe Kleider oder Röcke gewählt, mal kurz mal lang. Ihre oft langen Haare trugen sie zu kunstvollen Frisuren gesteckt. Die Jungs steckten in meist unifarbenen Anzügen. Eine farbiger Krawatte, ein rotes Hemd oder eine rote Fliege waren schon fast gewagte Farbtupfer.


In drei Durchgängen fanden sich die Jugendlichen mit ihren Eltern, Großeltern und Verwandten ein. Dreimal hielt der OB seine Ansprache und überreichte die Urkunden. Anschließend ging es zum Fototermin. Sechs Stunden lang füllte sich das Neuberinhaus, es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.

Vor und nach der Feier bot der organisierende Verein Reisen, Workshops, Camps, Bildungsfahrten und Abschlussfahrten an, an den die Jugendlichen freiwillig teilnehmen können. "Der Capcakes-Workshop ist besonders beliebt und auch die Knigge-Klassenkurse wurden oft nachgefragt", berichtet Jens Weimann, der Regionalkoordinator für den Vogtlandkreis. Für die Bildungsfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald entschied sich ein Drittel der Jugendweihe-Teilnehmer. Noch recht neu im Angebot des Vereins sind Veranstaltungen zur Berufsorientierung. "Für den nächsten Jahrgang soll es mehr derartige Angebote geben", kündigte Weimann an.

Nach dem Oberbürgermeister wagten sich auch die beiden Reichenbacher Jugendweihe-Teilnehmerinnen Emily Kubanke und Josephine Menard ans Mikrofon, um sich bei denen zu bedanken, die sie den ersten Teil ihres Lebensweges begleitet hatten, so bei den Großeltern: Bei den Omas und Opas durften die Enkelkinder lange aufbleiben, und es gab nur Essen, das den Kindern auch schmeckte - "und mit Süßigkeiten habt ihr versucht, die Erziehungsfehler eurer Kinder wieder gut zu machen", erklärte Emily Kubanke. Über die Eltern wusste Josephine Menard zu berichten, dass man sich auf sie verlassen könne, "dass sie immer zu uns halten und dass wir immer ihre Kinder sein werden."

Als junge Erwachsene richteten die Schüler auch eine Bitte an die Lehrer. Das größte Geschenk wäre, wenn es nie wieder unangekündigt hieße: Zettel, raus, Datum drauf, Name drauf, erklärten die jungen Leute ihre Vorstellungen. Für die Erwachsenen hielt der OB gute Ratschläge bereit. Unter anderem: "Vergessen Sie nie, wie es ist, jung zu sein."

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