Feuerwehr-Einsatz am Limit

Beim Großbrand an der A 72 ist ein Millionenschaden entstanden. Der Chef der Plauener Berufsfeuerwehr hatte bei GTO einen der größten Einsätze seiner Laufbahn.

Reichenbach.

Sie sind die Helden: 250 Feuerwehrmänner aus mehreren Städten des Vogtlands, die am Mittwochabend das Feuer in einer Produktionshalle der Firma GTO löschten. Sie steckten bei 36 Grad im Schatten in schwerer Brandschutzkleidung und trugen Atemmasken.

Jörg Pöcker, Chef der Plauener Berufsfeuerwehr, hat vor Ort vieles koordiniert. Das Feuer sei einer der größten Werksbrände gewesen, den er in 35 Jahren als Feuerwehrmann erlebt hat. "Ich bin kein Held, aber die Männer haben ihr Letztes gegeben und teilweise Übermenschliches geleistet", sagt Pöcker. Er war ehrenamtlich als Kreisbrandmeister vor Ort. Seine Aufgabe war es, den Überblick zu haben. Pöcker stand im Hintergrund, hat vieles gesteuert und die Bevölkerung umliegender Orte warnen lassen. Einsatzleiter an der Feuerfront war ein Ehrenamtlicher aus Unterheinsdorf: Falk Reinhold, der Gemeindewehrleiter.


Am Ende waren 350 Helfer daran beteiligt, zu retten, was zu retten ist. Darunter 250 von der Feuerwehr. Die Menge an Feuerwehrleuten erklärt Pöcker mit der Hitze: "Wir brauchten Reservekräfte. Die Leute mussten sich gegenseitig ablösen. Die Atemschutzträger sind schon stehend k.o." Höchstens zwanzig Minuten könnten die Männer unter den Atemschutzmasken arbeiten. "Die standen mitten im Qualm." Manche von ihnen bekamen von den Notärzten Infusionen, weil sie dehydriert waren. Einige Brandbekämpfer wurden zur Überwachung in Krankenhäuser gebracht. Pöcker zufolge erlitten sie einen Schwächeanfall. Die meisten seien im Laufe der Nacht entlassen worden.

Die Rauchwolke, die beim Automobilzulieferer Galvanotechnische Oberflächen GTO entstand, war so gewaltig, dass auf der A 72 zeitweise alles still stand. Pöckers Berufsfeuerwehr hat Atemschutzflaschen und Strahlenschutztechnik geliefert. Der Löschtrupp bestand aus Freiwilligen der Gemeindewehren Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Treuen, Reichenbach, Neumark und Netzschkau. Aufgrund des schwarzen Rauchs hatte Pöcker eine spezielle Einsatzgruppe von der Berufsfeuerwehr Leipzig angefordert, die die Schadstoffe in der Luft prüfen sollte. Wegen des starken Qualms disponierte Pöcker jedoch kurzfristig um und ließ einen Polizeihubschrauber kommen, der die mit Qualm gefüllten Röhrchen zur Analyse nach Leipzig flog. Im Ergebnis sei keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung nachgewiesen worden. Die schwarze Luft sei durch verbranntes Öl und Plastik entstanden.

Mit einer Drohne suchten die Feuerwehrleute nach Feuernestern in der Chemiefabrik - eine Technik, die für sie Neuland ist. Pöcker: "In die Halle zu gehen, wäre zu gefährlich gewesen." Ebenfalls vor Ort: die Johanniter Unfallhilfe aus Plauen und das Technische Hilfswerk aus Plauen und Reichenbach. Die Johanniter versorgten die Retter mit Getränken und Lebensmitteln, das THW ist spezialisiert auf Beleuchtung. Gegen 23 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

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