Feuerwehr lockt mit Blick von oben

Die jungen Reichenbacher Brandbekämpfer zeigten am Samstag, was sie alles können. Dies war aber nicht die einzige Attraktion beim Tag der offenen Tür.

Zum Tag der offenen Tür konnten die Besucher den Schlauchturm besteigen und den Blick über Reichenbach genießen.

Von Petra Steps

Ein Kind gerät samt Fahrradlenker unter einen Kleinbus. Nachdem es gerettet ist, fängt das Auto an zu brennen und muss gelöscht werden. Dies war das Szenario einer Übung, die die Reichenbacher Jugendfeuerwehr am Samstag beim Tag der offenen Tür in der Feuerwache präsentierte. Viele Besucher schauten zu, als die beiden Altersgruppen das volle Rettungsprogramm abspulten.

Die besten Plätze befanden sich auf dem Schlauchturm, der bis in die sechste Etage begehbar war und in luftiger Höhe einen Blick über das Feuerwehrgelände und ganz Reichenbach gestattet. Die Retter wurden mit Tatütata zur Einsatzstelle gefahren, ein Truppmann erkundete die Lage, dann wurden die Aufgaben verteilt. Als Erstes wurde der Patient vorsichtig geborgen und auf eine Rettungsdecke gelegt. Zuvor wurde das Auto mit einem Keil gegen Wegrollen gesichert, denn die Eigensicherung der Helfer hat einen hohen Stellenwert.

Unter den Zuschauern waren einige, die mit solchen Übungen vertraut sind. Sie riefen Sätze wie "Helfen Sie bitte", "Macht doch mal schneller" oder "Da ist jemand verletzt" zu den Jugendlichen, die sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen ließen. Sie versorgten die Wunde am Bein und legten dem Patienten eine Halskrause an, die ihn vor weiteren Verletzungen schützen soll.

Gemeinsam hoben sie ihn auf ein Spinboard, wie es von Rettungsdiensten verwendet wird, und schnallten ihn fest. Anschließend übergaben sie ihn dem Rettungsdienst. Jugendleiterin Manja Zeitz kommentierte den ersten Teil der Übung, bei dem die 13- bis 18-Jährigen zum Zuge kamen. "Wir haben die Kenntnisse in Erster Hilfe beim Orientierungslauf gebraucht und konnten dort glänzen. Da entstand die Idee für die patientengerechte Rettung nach einem Unfall. So eine Vorführung ist bei der Jugendfeuerwehr nicht alltäglich", sagte sie. Den zweiten Teil bestritten die 8- bis 12-Jährigen, die zum Löschen anrückten. Erwachsene Helfer hatten inzwischen für ordentlich Nebel gesorgt, um den Brand zu imitieren. Das Feuer wurde wie bei Übungen üblich mit roten Fahnen angedeutet. Gruppenführer Robin verteilte die Aufgaben, dann liefen alle los und holten die Gerätschaften aus dem Einsatzfahrzeug. Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp bauten die Wasserversorgung auf und seiften das Auto ordentlich mit Wasser ein. "Die Kleinen können hier zeigen, was sie gelernt haben", sagte Kristin Schaller und lud zum Schnuppertraining jeweils freitags ab 16.30 Uhr in die Wache an der Cunsdorfer Straße ein.

Andere Vorführungen beschäftigten sich mit weiteren Aufgabengebieten der Feuerwehr. Fast schon spektakulär war eine Demonstration, für die sich die Kameraden einen Biegesimulator ausgeliehen hatten, der bei der Kreisausbildung der Motorkettensägenführer der Feuerwehren verwendet wird. Mit diesem Gerät kann gezeigt werden, wie sich Holz beim Sägen unter Spannung verhält. Das ist zum Beispiel nach Sturmbruch der Fall. Die Vorführung diente der Sensibilisierung der Bevölkerung, wobei im Zweifel stets ein Fachmann zurate gezogen werden soll, da Lebensgefahr droht.

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