Fightnight: Persilschein für blutige Kämpfe

Warum Behörden gegen Veranstaltung in Plauen nichts einzuwenden haben

Plauen.

Das Landratsamt, die Stadtverwaltung Plauen und die Polizeidirektion Zwickau haben keine Bedenken gegen das für Samstagabend in der Einheit-Arena in Plauen geplante Kampfsport-Event. "In Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion und dem Polizeirevier Plauen wurden keine Anhaltspunkte gefunden, dass die Veranstaltung von Rechtsextremisten organisiert oder zu deren Zwecken instrumentalisiert werden soll", hieß es auf Anfrage aus dem Plauener Rathaus.

Der Veranstalter der 3. Vogtländer Fightnight habe sich in seinen Veröffentlichungen aktiv von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt außerhalb des Rings distanziert und den Zutritt mit Symbolen rechts- oder linksextremer Vereinigungen untersagt, heißt es. Außerdem sei es bei beiden Vorläufer-Veranstaltungen zu keinerlei Störungen gekommen, so Anja Ullmann, Fachbereichsleiterin der Stadtverwaltung. Nicht auszuschließen sei, dass "Personen die Veranstaltung besuchen, welche Bezüge in politische oder subkulturelle Szenen haben". Konkrete Gefahren seien daraus aber nicht zu erwarten. Damit lägen im Gegensatz zum jüngsten Verbot eines Kampfsport-Events in Ostritz keine Erkenntnisse vor, die es rechtfertigen würden, die Veranstaltung zu untersagen, erläutert Ullmann. Eine bloße Vermutung reiche dafür nicht aus.

Das Landratsamt teilt die Einschätzungen aus dem Rathaus. Der geplante Wettkampf sei als "reine Sportveranstaltung" zu bewerten. Der Ostritzer "Kampf der Nibelungen" hätte nach Einschätzung dortiger Behörden dagegen "der rechtsextremen Kampfertüchtigung und damit der Vorbereitung eines politischen Kampfes" gedient, erklärt das Landratsamt zum Unterschied.

Die Bundesregierung weist im Verfassungsschutzbericht auf die Bedeutung von Kampfsportveranstaltungen für die rechtsextremistische Szene hin: "Eine Entwicklung, die die Gewaltorientierung eines Großteils der rechtsextremistischen Szene plastisch untermauert, ist das ... gestiegene Interesse von Rechtsextremisten an Kampfsport."

Dem Veranstalter der Vogtländer Fightnight sind keine Auflagen erteilt, heißt es aus dem Landratsamt. Drei ursprünglich angekündigte Kämpfer mit Verbindungen oder Sympathien zu rechtsextremistischen Kreisen lässt der Veranstalter nach Kritik im Internet-Blog "Runter von der Matte - Kein Handshake mit Nazis" nicht in den Ring.

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