Finissage mit jüdischen Liedern

Mit einem Konzert ist die Israel-Ausstellung in Reichenbach zu Ende gegangen. Ein nächster Höhepunkt wurde angekündigt.

Reichenbach.

Zum Ende der Ausstellung "1948" anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung des Staates Israel fand im Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Kultur und Geschichte an der Reichenbacher Wiesenstraße ein Konzert statt. Der Saitenspielkreis aus Meinersdorf/Erzgebirge trat mit 15 Musikern unter Leitung von Michael Wittig auf. Sie spielen Geige, Cello und Gitarren, dezent ergänzt durch Perkussion. Das Ensemble brachte bekannte jüdische Lieder und Klezmermusik zu Gehör. Zwischen den Titeln gab es wohltuend informative Erläuterungen, zum Beispiel zur israelischen Nationalhymne "Hatikva", zu Grußformeln wie Shalom, Le chaim oder Mazel Tov, die in einem Lied zusammengefasst waren, oder zum Davidsstern, dem jüdischsten aller jüdischen Symbole.

Das Programm stand unter dem biblischen Wort aus Jeremia "Lasst euch Jerusalem im Herzen sein", was in Liedern wie "Jerusalem, du Stadt aus Gold" ("Yeruschalayim shell Zahav") oder dem von Michael Wittig getexteten und komponierten "Wünschet Jerusalem Glück" zum Ausdruck kam. "Es werden mehr Menschen in den Himmel gesungen als gepredigt", meinte Wilfried Gotter, Geschäftsführer der Sächsischen Israelfreunde, zu Beginn. Er erklärte, dass die Ausstellung "1948" bei Interessenten gut ankommt. "Ich hatte viele Anrufe von Leuten, die sie gesehen haben. Sie waren sehr glücklich mit der sachlichen Darstellung. Die Ausstellung ist ein Spitzending, allerdings muss man sich Zeit nehmen", sagte er. "Zwei Stunden sind nichts", ergänzte einer der Musiker. Besonders gelobt wurden die interaktiven Links, mit denen man sich Texte auf dem Handy vorlesen lassen kann.

Den Israelfreunden ist es gelungen, die Ausstellung in Sachsen zu behalten, um sie an verschiedenen weiteren Orten zeigen zu können. Reichenbach war dafür der Auftakt. Die nächste Station ist Aue. "Das Interesse an der Ausstellung wächst, das ist sehr interessant. Wir klären gerade, ob die Tafeln in der Roten Kirche oder im Kulturhaus Aue zu sehen sind", so der Geschäftsführer. Weitere Orte stehen wie Crimmitschau bereits fest. Aus Plauen und Mittweida gäbe es Anfragen. In Chemnitz soll die Schau im kommenden Jahr für vier Wochen Station machen.

Interesse bekundeten auch die Mitglieder des Ensembles aus Meinersdorf. Sie und einige Gäste bedauerten, dass die Sonderschau zum Konzert nicht mehr geöffnet war. "Wir konnten das Konzert nicht im Rathaus machen, sonst hätten die Besucher die Ausstellung noch anschauen können", erklärte Wilfried Gotter. Er informierte, dass der Dritte Israelfreundestag am 16. Juni im Reichenbacher Park der Generationen stattfindet.

Nach der zweiten Auflage vor reichlich zwei Wochen stand hinter dem Veranstaltungsort noch ein Fragezeichen, weil der Park vor der Kleinen Gartenschau geschlossen bleibt. In Gesprächen mit der Stadtverwaltung wurde eine Einigung bezüglich der Nutzung des Musterplatzes für die Veranstaltung erzielt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...