Finkenburger feiern 175-Jähriges

Der Aufmerksamkeit des Ortschronisten Peter Burkhardt haben es die Bewohner der Finkenburg zu verdanken, dass ihnen ein wichtiges Jubiläum nicht durch die Lappen geht. Bald wird gefeiert.

Irfersgrün.

Das 175-jährige Bestehen der Wohnsiedlung Finkenburg spielt die Hauptrolle in der dritten Ausgabe der Irfersgrüner "Heimatklänge". Dieses vierseitige Faltblatt gibt Ortschronist Peter Burkhardt seit diesem Jahr einmal im Quartal heraus. Auf die Idee kam er, als ihm ein Informationsblatt der Kirche aus den 1930er-Jahren in die Hände fiel. Meist Kirchennachrichten und ein paar Informationen zum Dorfgeschehen waren dort notiert. Peter Burkhardt wollte die "Heimatklänge" als dörfliches Informationsblatt wieder aufleben lassen. Während eines von den Landfrauen organisierten Dorftreffs stellte er seine Idee vor und gewann auf Anhieb die ersten fünf Abonnenten. Nun hofft er, dass sich weiter Irfersgrüner für das Blättchen interessieren.

Burkhardts "Heimatklänge", für die er die Texte schreibt, die Fotos macht, gestaltet und zu Hause druckt, sind allerdings anders strukturiert, als das namensgebende Vorgängerblatt. Auf dem Titelblatt finden sich meist Themen zum aktuellen Geschehen im Ort: Der Bau der Stangengrüner Straße, das Glockenjubiläum, der Bau des Fußweges an der Finkenburg. Im Mittelteil sind Episoden aus der Ortschronik zu lesen. Oft wählt Burkhardt ein Jahr, über das besonders viele Informationen vorliegen und fasst diese auf zwei Seiten zusammen. Mal geht es um die Adelsfamilie von Arnim, die einst eine bedeutende Rolle im Dorf spielte. Dann listet der Chronist die Anzahl der Handwerks- und Gewerbebetriebe auf. Beispielsweise kommt er für 1909 auf 40 Unternehmen. Die Rückseite der "Heimatklänge" nennt er "Irfersgrüner Schnoken". Das sind lustige oder unterhaltsame Begebenheiten, die er selbst erlebt oder erzählt bekommen hat oder die als geflügelte Worte im Dorf die Runde machten.


In der dritten Ausgabe, die im September erscheinen soll, spielt also die Finkenburg eine wichtige Rolle. Das ist aber nicht die Postanschrift der Bewohner - die wohnen alle, so wie Peter Burkhardt auch, an der Lengenfelder Straße: "Finkenburg ist eine lokale Bezeichnung, deren Ursprung ich nicht genau kenne. Aber es könnte sein, das die Vögel namensgebend sind, denn das war hier früher, als die ersten Häuser gebaut wurden, eine waldreiche Gegend." Das erste, 1844 erbaute Haus, ein kleiner Bauernhof, steht auch heute noch. Die Bewohnerin heißt Andrea Seifert. Sie berichtet: "Ich habe das Haus von meiner Großmutter Fanny Seifert übernommen. Sie hat hier früher gewohnt. Es ist also schon lange in Familienbesitz." Idyllisch versteckt sich der kleine Hof zwischen großen Bäumen, umgeben von einem hübschen Bauerngarten, von dem Andrea Seifert sagt: "Das meist wächst von selbst. Viel mache ich gar nicht." Heute rauschen an der Hausnummer 36 unzählige Autos vorbei. Fußgänger haben es schwer, überhaupt die Straße überqueren zu können. Der Bau genau dieser Straße war aber vor 175 Jahren der Anlass der Besiedlung dieses kleinen Fleckens. Zwei Häuser entstanden 1844. Weiter folgten, die vorerst letzten drei in der Nachwendezeit, also nach 1989. Genau 18 Häuser sind es jetzt. Peter Burkhardt hat bereits zu den Bewohnern Kontakt aufgenommen. Die sind sich einig: "Am 20. September feiern wir eine Party", so Burkhardt.

Die Finkenburg ist vielen Durchfahrenden weniger durch ihre Geschichte und die ihrer Häuser aus drei Jahrhunderten, darunter das einstige Gemeindeamt, bekannt, sondern eher durch das Blitzgerät, das der Landkreis dort vor einigen Jahren aufgestellt hat, um das Einhalten des Tempolimits von 50 Kilometern pro Stunde zu kontrollieren, was auch gut funktioniert, denn das Messgerät mit selbst auslösender Kamera ist weithin bekannt.

Voriges Jahr erhielten die Bewohner nach langen Bemühungen sogar so etwas ähnliches wie einen Fußweg. "Begehbarer Seitenstreifen", heißt im Fachjargon das, was der Bauhof aus dem einstigen Graben machte. Die Anwohner sind damit vollauf zufrieden, würden sich jedoch wünschen, das sie ähnlich gut zu Fuß bis in die Ortsmitte laufen können, was bisher nicht der Fall ist, denn der Fußweg, der nicht so heißen darf, endet an den letzten Häusern der Finkenburg.

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