Fraas: Musiker-Nachwuchs gibt es nicht zum Nulltarif

Die Musikschule Vogtland besteht seit 20 Jahren. 70 Pädagogen bilden an knapp 30 Instrumenten aus. Die Besucher des Festkonzertes erlebten eine klingende Weltreise.

Reichenbach.

Mit einem festlichen Konzert im Neuberinhaus feierte die Musikschule Vogtland am Mittwoch ihr 20-jähriges Bestehen. Die jungen Künstler, die teils gemeinsam mit der Vogtland Philharmonie auftraten, und die Musik standen an diesem Abend im Mittelpunkt. Bei der Veranstaltung fand jedoch in seiner Festrede Generalmusikdirektor Stefan Fraas, der auch dem Trägerverein der Musikschule vorsteht, mahnenden Worte.

Kunst und Kultur, insbesondere die Musik, gebe es nicht zum Nulltarif, erklärte Fraas. Der Blick auf die Dinge werde oft schon durch das falsche Vokabular bestimmt, so Fraas. Nicht "bezuschussen" müsse man die Musikschule und damit die Ausbildung des Nachwuchses, sondern in diese "investieren". Sich rühmen, im Land der Dichter, Denker und großen Musiker zu leben und mit Stolz auf die vielen Erfolge der Musikschüler bei Wettbewerben bis hinauf in die Bundesebene verweisen und sich darüber freuen, sei das eine. Diese Musikkultur am Leben zu erhalten, indem die Einrichtung auch mit den nötigen Geld ausgestattet werde, sei die andere Sache. Fraas forderte eindringlich eine angemessene Honorierung freiberuflicher Lehrkräfte und der fest angestellten Musikpädagogen. Die Schule trage bereits ihren Teil zur Finanzierung bei, indem sie 44 Prozent des Gesamtbudgets erwirtschafte und bei der Eigenfinanzierung über dem sächsischen Durchschnitt liege.

Wie vielfältig und breit aufgestellt die Musikschule agiert, zählte Fraas auf, in dem er unter anderem auf die Breitenausbildung verwies, auf das musikalische Frühangebot in 25 Kindergärten oder das Klassenmusizieren in Klingenthal. Insgesamt bilden 70 Musikpädagogen an knapp 30 Instrumenten aus.

Musikstücke, Instrumente und Musizierende für das Festkonzert waren so ausgewählt, das die Besucher im ausverkauften Neuberinhaus einen Überblick über das Gesamtangebot erhielten. Sie konnten einen Eindruck vom Können der jungen Musikschüler mit nach Hause nehmen.

Andreas Häfer, der Direktor der Musikschule, sagte: "Wir haben das Programm so zusammengestellt, dass alle vier Standorte der Musikschule, also Reichenbach, Auerbach, Markneukirchen und Klingenthal gleichermaßen vertreten sind." Für einen schwungvollen Auftakt sorgte das Jugendblasorchester Markneukirchen mit einem Abstecher zum Musical "West Side Story". Das Blockflötenquartett Quattro Belleze nahm die Zuhörer mit nach Holland. Dort gehört der Titel "Aan de Amsterdamse Grachten" zu den beliebtesten Liedern. Das Vocal-Ensemble Magic Voice ließ Bilder vom Urlaub in den Alpen entstehen. Hingerissen war das Publikum vom Trompetenoktett, dessen Musiker beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" erste, zweite und dritte Preise gewannen. Das Konzert war besonders für ein junges Talent die erste Gelegenheit vor großem Publikum zu spielen: Nele Hufenbach am Klavier, begleitet von der Vogtland Philharmonie. Das Klavier sei, so Häfer, das beliebteste Instrument an der Musikschule. Allein 200 der 1500 Schüler lernen dieses Instrument, das dank der Erfindung des E-Pianos auch in kleinen Wohnungen zu Hause ist. Das Klavier ist zwar das beliebteste Instrument. Als Sexy-Instrument mit schöner Form, schöner Farbe und schönem Klang gilt allerdings das Saxofon. Mit dieser Beschreibung jedenfalls kündigte Andreas Häfer das Saxofon-Ensemble der Musikschule an.

Viele prominente Gäste hatten sich unters Publikum gemischt, so die Bürgermeister etlicher Kommunen, auch frühere Stadtchefs von Reichenbach und Ex-Landrat Tassilo Lenk waren gekommen.

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