Freiheit - ein schwieriges Feld

Der Greizer Theaterherbst lädt für 13. bis 22. September unter dem Motto "Ich bin so frei" zu über 20 Veranstaltungen ein.

Der erste Greizer Tatort: In der Filmwerkstatt für Jugendliche entstand mit "Tatort: Freiheit" unter Leitung von Kai Wido Meyer und Franziska Dittrich ein packender Krimi.

Von Volker Müller

Mit seinem Motto "Ich bin so frei" wagt sich der diesjährige Greizer Theaterherbst auf ein bekanntermaßen schwieriges Feld. Um Sinn, Grenzen, Entbehrung, Notwendigkeit von Freiheit, frei sein, sich frei fühlen wird seit Menschengedenken intensiv gestritten.

Die 27. Auflage der Greizer Theaterwoche, die vom 13. bis zum 22. September stattfindet, möchte dazu mit sieben Werkstätten einen ureigenen Beitrag leisten. In diesem Sinne werden gut 80 Teilnehmer im Alter von sieben bis 97 Jahren während der Werkstattaufführungen ihr Bestes geben, die von gestandenen Könnern des Metiers betreut und seitens einer Reihe Greizer Vereine unterstützt werden. 13 Gastspiele ergänzen das Programm. Das erklärte Martin Heesch, seit 2015 künstlerischer Leiter des Festivals, kürzlich bei einem Pressetermin in der Greizer Vogtlandhalle.

Wie Heesch weiter wissen ließ, gedenke man so frei zu sein, im Rahmen der Inszenierungen Teile des öffentlichen Raums in Anspruch zu nehmen. So beginnt das einmal mehr aus eigener Kraft auf die Beine gestellte Eröffnungsspektakel "Lass uns Wunder sein ..." vor der Vogtlandhalle. Es kommt zu einer vorübergehenden Besetzung des Hauses, an die sich ein Triumphzug durch die Stadt und ein Open-Air-Konzert anschließen.

Die Tanzwerkstatt "Zimmer frei" führt das Publikum in reale Freiräume in der Greizer Neustadt, leere Wohnungen und Ladenlokale etwa. Das "Bandscheibenvorfall" überschriebene Stück der Schauspielwerkstatt, das sich mit Zwängen und Zumutungen der modernen Arbeitswelt auseinandersetzt, ist im Greizer Bahnhof zu erleben. Dort wird auch zu den unterhaltsamen Tagesausklängen eingeladen. Neue Wege beschreitet die Jugendwerkstatt. Ihre Mitglieder haben einen Film gedreht, der in Anlehnung an die Fernsehserie den Titel "Tatort: Freiheit" trägt. Dabei steht eine Gruppe junger Leute im Mittelpunkt, der ein vermeintlich selbstmörderischer Sprung vom Turm des Oberen Schlosses keine Ruhe lässt.

Unter den Gastspielen dominieren klassische Stoffe, die einfallsreich für ein heutiges Publikum aufbereitet sind. Das Neue Globe Theater Potsdam tritt etwa mit Friedrich Schillers "Räubern" an, die Nürnberger Gruppe Thalias Kompagnons hat "Macbeth für Anfänger" im Gepäck und das Ensemble Reaktionsraum Rudolstadt zeigt seine Version der Geschichte von Don Quijote.

Ein weiterer Schwerpunkt des Theaterherbstes ist die kritische Betrachtung der jüngeren Zeitgeschichte. Dafür stehen der Film "Das schweigende Klassenzimmer", der an den Ungarnaufstand von 1956 erinnert, oder "Die Hundegrenze", eine Produktion von studio 44 aus Nordhausen, die die Zeit der deutschen Teilung wachruft.

theaterherbst.de

0Kommentare Kommentar schreiben